Zwei Punkte, drei Ausfälle

Der BSV Bern schlägt GC Amicitia 29:25. Renato Milosevic überzeugt im Tor. Vor dem Rückspiel im EHF-Cup plagen die Berner aber Verletzungssorgen.

Wuchtig: Sebastian Schneeberger steuert zwei Tore zum letztlich ungefährdeten BSV-Sieg bei.

Wuchtig: Sebastian Schneeberger steuert zwei Tore zum letztlich ungefährdeten BSV-Sieg bei.

(Bild: Christian Pfander)

Dass der BSV Bern gegen GC Amicitia als Favorit in die Begegnung steigen würde, war klar. Schliesslich halten sich die Berner in der noch jungen Saison in der Spitzengruppe und haben erst eine Partie verloren, während die Zürcher nach fünf Runden erst einen Punkt auf dem Konto haben.

Es zeigte sich am Mittwochabend aber bald einmal auch, dass diese statistisch klare Rollenverteilung nicht immer auch mit dem Geschehen auf dem Feld spiegelt. Zwar ging der BSV bereits nach anderthalb Minuten und einem Siebenmeter von Simon Getzmann in Führung und erarbeitete sich bis in die 19. Minute ein Polster von fünf Toren, ebenso viel später war dieses aber nach einem Wurf von Spielmacher Sergio Muggli wieder weg. Erstmals war das Skore ausgeglichen – 18:18. «Wir waren in der Deckung nicht mehr so konzentriert», sagte Trainer Aleksandar Stevic. «Die kleinen Fehler summieren sich halt dann.»

Dass die Zürcher an diesem Abend trotzdem nur nahe dran an einer Führung waren, aber nie in Front lagen, hatte mehrere Gründe. Einerseits wussten die Berner auf Gegentore stets schnell zu reagieren. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich benötigte Getzmann nur 13 Sekunden, um den BSV wieder in Front zu bringen. Andererseits war da Renato Milosevic. Der junge Torhüter erhielt von Stevic für die zweite Halbzeit das Vertrauen geschenkt, und er zahlte es mit zahlreichen Paraden zurück. Milosevic habe immer gut trainiert und sich den Einsatz verdient, meinte Stevic.

Der 20-Jährige stieg auf diese Saison von der zweiten Mannschaft in die NLA-Equipe auf und musste sich bisher mit wenigen Einsatzminuten hinter Stammtorhüter Edin Tatar begnügen. Umso grösser die Freude, konnte er sein Können gegen GC länger zeigen. «Als der Trainer sagte, dass ich spielen würde, war ich unglaublich motiviert. Umso schöner, konnte ich der Mannschaft helfen.» Milosevic und die 780 Zuschauer sahen in der Folge, wie der BSV wieder ein Fünftorepolster herausspielte und schliesslich einen ungefährdeten 29:25-Erfolg feierte.

Die Hoffnung auf morgen

Das Resultat rückte nach Spielschluss indes schnell in den Hintergrund, denn während der Partie erlitt der BSV gleich einen dreifachen Rückschlag. Erst fiel Jakub Szymanski aus, dann verletzte sich Lucas Rohr, und zu allem Übel musste auch Michael Kusio noch vorzeitig in die Kabine. Sie alle werden für das Rückspiel in der EHF-Cupqualifika­tion am Sonntag gegen Spartak Moskau sicher ausfallen – vermutlich länger. Die Situation im Rückraum hat sich so erheblich zugespitzt. Vor dem Spiel sei er ziemlich optimistisch gewesen, dass sie die Hypothek von fünf Toren aus dem Hinspiel würden wettmachen können, meinte Stevic. «Jetzt ein bisschen weniger, aber morgen kommt dann der Optimismus schon zurück.»

BSV Bern - GC Amicitia 29:25 (15:13)

BSV Bern: Tatar/Milosevic; Schneeberger (2), Heer (4), Baumgartner (5), Getzmann (4/2), Striffeler (1), Kusio (1), Pereira (4), Gerlich (4/1), Strahm, Szymanski, Rohr (3), Arn (1).

Berner Zeitung

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