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Vergabe in StockholmPhysik-Nobelpreis für Forschung zu Schwarzen Löchern

Der Brite Roger Penrose, der Deutsche Reinhard Genzel und die New Yorkerin Andrea Ghez heissen die Preisträger in diesem Jahr.

Zwei Männer und eine Frau: Drei Astrophysiker werden in diesem Jahr in der Sparte Physik geehrt.
Zwei Männer und eine Frau: Drei Astrophysiker werden in diesem Jahr in der Sparte Physik geehrt.
Foto: Screenshot www.youtube.com

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zu einer Hälfte an Roger Penrose und zur anderen Hälfte an Reinhard Genzel und Andrea Ghez für Forschungen zu Schwarzen Löchern. Das teilte das Nobelkomitee der Königlich Schwedischen Akademie am Dienstag in Stockholm mit.

Der Astrophysiker Genzel aus Bad Homburg und Andrea Ghez aus den USA entdeckten ein supermassives kompaktes Objekts im Zentrum unserer Galaxie. Die 55-jährige Astronomin Ghez ist erst die vierte Frau, die einen Nobelpreis für Physik erhält.

Der Deutsche und die New Yorkerin teilen sich den Nobelpreis mit dem Briten Roger Penrose. Der englische Mathematiker und theoretische Physiker zeigte, dass die allgemeine Relativitätstheorie zur Bildung von Schwarzen Löchern führt.

Penrose (geboren 1931) erfand geniale mathematische Methoden, um Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie zu erforschen, wie das Nobelkomitee mitteilte. Er habe gezeigt, dass diese Theorie zur Bildung von Schwarzen Löchern führt, jenen Monstern in Zeit und Raum, die alles erfassen, was ihnen nahe kommt. Genzel (geboren 1952) und Ghez (geboren 1965) entdeckten, dass ein unsichtbares und extrem schweres Objekt die Umlaufbahnen der Sterne im Zentrum unserer Galaxie beherrscht. Ein supermassives Schwarzes Loch sei dafür die einzige derzeit bekannte Erklärung.

Im vergangenen Jahr zwei Schweizer geehrt

Im vergangenen Jahr hatte James Peebles (Kanada/USA) für seine grundlegenden Erkenntnisse zur Entwicklung des Universums die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises erhalten. Die andere ging an die Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz, die den ersten Exoplaneten entdeckt hatten, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.

Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr pro Kategorie mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 1'030'000 Franken), das ist eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

Die Woche der Nobelpreis-Verkündungen hatte am Montag mit der Bekanntgabe der Preisträger in der Kategorie Medizin begonnen. Den Preis teilen sich diesmal Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Grossbritannien) und Charles M. Rice (USA), die für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus ausgezeichnet werden.

Die Preisverleihungen am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel, fallen coronabedingt heuer deutlich kleiner aus als sonst.

SDA/red/sz-de

23 Kommentare
    Christian Lauterburg

    Darf ich vielleicht noch einen weniger wissenschaftlichen, sondern mehr wissenschaftstheoretischen Kommentar zum Artikel beisteuern? Dass - wie im Artikel formuliert - die von Einstein formulierte Relativitätstheorie die Schwarzen Löcher zu ihrer Bildung angeregt hat, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Wohl kaum hat eine - wenn auch sehr bahnbrechende - Theorie, die am Patentamt in Bern entwickelt worden ist, das Universum dazu gebracht, diese auch Höllenmaschinen genannten Schwarzen Löcher hervorzubringen. Wenn das so wäre, könnten wir ja die grössten Probleme der Menschheit mit reinem Theoretisieren lösen. Also ein Appell an die Journalisten : lest mal durch was ihr zu publizieren gedenkt. Danke.