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Nach Protesten in MinskZwei Jahre Haft für TV-Journalistinnen in Weissrussland

Zwei Reporterinnen wurden von einem Gericht schuldig gesprochen. Sie sollen durch ihre Dreharbeiten Verspätungen im öffentlichen Verkehr verursacht haben.

Die Reporterinnen Katerina Bachwalowa und Daria Tschulzowa haben im November die Proteste in Minsk gefilmt. Nun müssen sie deswegen für zwei Jahre ins Gefängnis.
Die Reporterinnen Katerina Bachwalowa und Daria Tschulzowa haben im November die Proteste in Minsk gefilmt. Nun müssen sie deswegen für zwei Jahre ins Gefängnis.
Foto: Keystone/EPA

Wegen des Vorwurfs, Proteste gegen den autoritär regierenden Staatschef Alexander Lukaschenko organisiert zu haben, sind zwei Journalistinnen in Belarus zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Die Reporterinnen Katerina Bachwalowa und Daria Tschulzowa seien wegen der Anführung von «Gruppen-Aktionen, die in grobem Masse gegen die öffentliche Ordnung verstossen» schuldig gesprochen worden, teilte ihr Arbeitgeber, der oppositionelle Fernsehsender Belsat, mit. Die beiden Journalistinnen waren am 15. November festgenommen worden, als sie Proteste in Minsk filmten.

Die Staatsanwaltschaft hatte zum Prozessauftakt laut Belsat erklärt, durch ihre Reportagen hätten die Journalistinnen Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr und materielle Schäden verursacht.

Lukaschenkos offiziell verkündete Wiederwahl im August hatte in der früheren Sowjetrepublik Massenproteste ausgelöst. Die Opposition wirft dem seit 1994 regierenden Staatschef massiven Wahlbetrug vor. Tausende Demonstranten wurden bei den Protesten festgenommen und teilweise in der Haft gefoltert. Viele Oppositionspolitiker flohen ins Ausland. Wegen des brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten verhängte die EU Sanktionen gegen den belarussischen Präsidenten und seine Vertrauten.

Daria Tschulzowa wurde mit ihrer Kollegin festgenommen, als sie für den Fernsehsender Belsat die Proteste in Minsk filmte.
Daria Tschulzowa wurde mit ihrer Kollegin festgenommen, als sie für den Fernsehsender Belsat die Proteste in Minsk filmte.
Foto: Keystone/AP

anf/afp

13 Kommentare
    Gabor von Zoltan

    So lange das Tandem Putin-Lukaschenko nicht angetastet wird und vom Zugpferd der EU, Deutschland, sogar noch protegiert wird, werden noch viele Menschen eingesperrt, zahlreiche gefoltert und manche getötet.

    Die breite Verteidigung von Nord-Stream 2, quer durch die deutsche Politik, lässt Schlimmes befürchten im Hinblick auf die Käuflichkeit der Volksvertreter.

    Der Skandal um die neue Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern spricht Bände: In ungewöhnlicher (!) parteiübergreifender Harmonie gegründet,wirft Gazprom 20 Mio. Euro Stiftungskapital ein; das Land dagegen steuert nur O,2 Mio. Euro bei. Umweltschutz wird vorgeschoben, der Abschluss der Pipeline wird angestrebt. Ministerpräsidentin Schwesig scheint ebenso in der Tasche wie Gerd Schröder schon seit über einem Jahrzehnt. 2002 hatte er sich seinen Gazprom-Posten mit happigen 7,1 Milliarden Euro (das dem deutschen Steuerzahler gehört hätte) gekauft, die er "Russland" schenkte; also der Kleptokratenrige Putins.

    Seine ehmalige Nr.2, F.-W. Steinmeier, konstruiert als Bundespräsident gar eine Verpflichtung, die sich aus den vielen, vielen Toten des 2. WK ergebe, die Deutschland Moskau abverlangt habe; das seien 20 Mio. gewesen!

    Der Haken dabei: Es waren eben NICHT 20 Millionen Russen und den zweiten Weltkrieg hat Berlin nicht als Gegner Moskaus, sondern als dessen Verbündeter begonnen. Die ersten Rotarmisten fielen beim Einmarsch in Polen.

    Dem Land, das Nordstream 2 heute zu Recht fürchten muss.