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Juso vermiesen den Grünliberalen die Party

FDP-Kandidatin Barbara Günthard-Maier holt mit 256 Stimmen Vorsprung auf den Grünliberalen Michael Zeugin den letzten offenen Winterthurer Stadtratssitz. Die GLP-Suppe wurde von den Juso versalzen.

Was wäre gewesen, wenn...? Diese Frage beschäftigt Winterthur an diesem Wahlsonntag am meisten. Was wäre gewesen, wenn die Jungsozialisten nicht gegen den Willen der Mutterpartei einen eigenen Kandidaten ins Rennen um den letzten offenen Stadtratssitz geschickt hätten.

Denn der Tisch schien für die Grünliberalen gedeckt. Nachdem die SP ihre Schäflein im ersten Wahlgang ins Trockene gebracht hatte, ging es noch darum, wer den Sitz der zurücktretenden Freisinnigen Verena Gick erbt. Der GLP-Kandidat war Favorit, da er im rot-grünen Winterthur noch der linkste der drei Kandidaten im Rennen war.

Bäume wachsen auch für Grünliberale nicht in den Himmel

Zudem haftete den Grünliberalen seit einigen Wahlgängen der Nimbus der Überflieger an. Niemand – so schien es – konnte sie stoppen. Vor allem auch, weil die SVP, die in der Eulachstadt ähnlich viele Wähler hat wie die SP, ihren Kandidaten nicht zurückzog und so der FDP-Kandidatin vermeintlich entscheidende Stimmen vorenthielt.

Nun kam es anders. Dafür dass die Bäume auch für die Grünliberalen nicht in den Himmel wachsen, sorgten die Jungsozialisten. Ihr Kandidat holte respektable 1300 Stimmen. Es ist nicht vermessen anzunehmen, dass ohne dessen Kandidatur mindestens 300 an den Grünliberalen Zeugin gegangen wären. Das hätte für die Wahl gereicht.

Der Effort der Wirtschaft – und der Freikirchler

Der Erfolg Günthard-Maiers hat aber auch andere Ursachen. Niemand war in den letzten Wochen so präsent wie sie. Allen in Winterthur ist klar, dass sie finanziell in einer höheren Liga spielte als Zeugin. Zudem konnte sie als Freikirchlerin auf die Hilfe jener zählen, die den EVP-Mann Nik Gugger gewählt hätten, wenn er sich nicht nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen hätte.

Vielleicht spielte auch der Frauenbonus mit. Günthard-Maier ist nicht die FDP-Hardlinerin, die alle linken Frauen abschreckt. Einigen war eventuell wichtig, dass der Frauenanteil in der Winterthurer Stadtregierung von zwei auf drei Vertreterinnen steigt.

Signal nach Zürich

Unter dem Strich ist der Sieg für die FDP eminent wichtig. Nach etlichen Wahlniederlagen hat sie bewiesen, dass sie noch gewinnen kann. Das wird auch die Stadtzürcher FDP gerne zur Kenntnis nehmen, die vielleicht bald den zurücktretenden Martin Vollenwyder wird ersetzen müssen und ebenfalls die Grünliberalen im Nacken hat. Die FDP sollte in ihre Agenda schreiben: Cherchez la femme. Oder den Jungsozialisten.

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