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Ja zu Wohnsiedlung «Narziss und Goldmund»

Die Wohnsiedlung «Narziss und Goldmund» in Zürich-Wipkingen kann gebaut werden. Der Zürcher Gemeinderat hat heute Abend nach stundenlangen Diskussionen der Weisung des Stadtrates zugestimmt.

Eine Stadt in der Stadt: Das Projekt «Narziss und Goldmund» in einer Animation.
Eine Stadt in der Stadt: Das Projekt «Narziss und Goldmund» in einer Animation.
Hochbaudepartement Zürich

Der Zürcher Gemeinderat hat den Entscheid nach stundenlangen Diskussionen gefällt: Die Wohnsiedlung «Narziss und Goldmund» in Zürich Wipkingen darf gebaut werden. Entstehen wird die Siedlung auf dem Areal der ehemaligen Personalhäuser des Zürcher Stadtspitals Waid. Vorgesehen sind 100 Familienwohnungen. 70 Mietwohnungen erstellt die Baugenossenschaft des eidgenössischen Personals (BEP), 30 Eigentumswohnungen baut die HRS Investment AG aus Frauenfeld TG.

Mit überwältigendem Mehr von 75,9 Prozent Ja hiessen die Stimmberechtigten der Stadt Zürich im vergangenen November die Vorlage «Bezahlbare Wohnungen für Zürich» gut. Dieses Ergebnis und den damit verbundenen Auftrag hatten viele Parlamentarier einige Monate später zwar nicht vergessen, aber sie fanden an der Weisung des Stadtrates doch einiges auszusetzen.

Langwierige ideologische Debatte

Konkret hatte das 125-köpfige Parlament über die beiden Baurechtsverträge zu befinden. Der Baurechtszins für die Genossenschaft beträgt 247'000 Franken pro Jahr, für den privaten Unternehmer aus Frauenfeld 705'000 Franken.

An diesen finanziellen Unterschieden entzündete sich im Rat eine langfädige ideologische Debatte. Drei Rückweisungsanträge wurden gestellt – alle scheiterten jedoch.

SVP, FDP, GLP und CVP wollten die Berechnungsgrundlage für den Genossenschafts-Baurechtszins ändern. Das Areal an der Tièchestrasse befinde sich an einer privilegierten Lage. Die Stadt müsse dafür «faire und zeitgemässe Berechnungsgrundlagen anwenden», befand ein Sprecher der Allianz.

Die Grünen wollten das gesamte Areal genossenschaftlich nutzen, die Alternative Liste wollte es den Studierenden lassen oder privat nutzen und mit diesem Geld gemeinnützige Wohnungen an einem andern Ort erstellen.

Bewusste Durchmischung

Stadtrat Martin Vollenwyder (FDP), Vorsteher des Finanzdepartementes, wies darauf hin, dass grössere Projekte in der Stadt Zürich bis zur Realisierung stets mehrere Jahre benötigten.

Bewusst habe man eine Durchmischung von Privat und Genossenschaftlich angestrebt, als man vor über sechs Jahren mit der Planung begonnen habe. Diese Durchmischung jetzt aufzuheben oder die Berechnungsgrundlage zu ändern, sei unsinnig. Ähnlich argumentierte auch die SP.

Eine ideologische Debatte im Rat sei ja immer wieder spannend, aber dadurch entstehe nicht eine einzige Wohnung, sagte Vollenwyder. Abschliessend empfahl er dem Rat, die Weisung anzunehmen und sich anschliessend ins Bett zu legen. Zumindest den ersten Rat befolgten die Mitglieder.

SDA/ses

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