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Hitler-Attentäter soll in Zürich nicht geehrt werden

Linke und Grüne im Zürcher Gemeinderat wollen eine Strasse nach Maurice Bavaud benennen. Doch die Stadt will nicht.

Wilhelm-Tell-Allee statt Europa-Allee – diese Namensänderung verlangte die SVP im Stadtparlament, blieb mit ihrem EU-Protest im Sommer 2011 aber allein. Ihr war das so wichtig, dass sie eine Abstimmung mit Namensaufruf verlangte. Gleich anschliessend überwies der Rat ein Postulat von Simon Kälin (Grüne), das eine Ehrung von Maurice Bavaud wünscht.

Der junge Theologiestudent aus Neuenburg wollte 1938 in München Adolf Hitler erschiessen, wurde aber gefasst und 1941 hingerichtet. «Ein Maurice-Bavaud-Platz mitten in Zürich wäre ein starkes Zeichen der öffentlichen Anerkennung für dessen mutige Handlung», meinte Gemeinderat Kälin, ein Akt historischer Gerechtigkeit. Und um das zu bekräftigen, bestand auch er bei der Abstimmung über das Postulat auf Namensaufruf. 60 Ratsmitglieder (SP, Grüne, AL, EVP) stimmten dafür, 60 (SVP, FDP, CVP, GLP, SD) dagegen. Folglich musste der Ratspräsident entscheiden, und der war damals ein Sozialdemokrat: Joe A. Manser. Also wurde das Postulat überwiesen.

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