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Fall Carlos: Welche Rolle spielt der PR-Berater?

Der PR-Berater von Oberjugendanwalt Marcel Riesen war lange Zeit für verschiedene Ringier-Publikationen tätig. Er besass pikante Bilder. Wie sie in den «SonntagsBlick» gelangten, kann er sich nicht erklären.

Der Fall wächst ihnen langsam über den Kopf: Oberjugendanwalt Marcel Riesen (l.) und Justizdirektor Martin Graf.
Der Fall wächst ihnen langsam über den Kopf: Oberjugendanwalt Marcel Riesen (l.) und Justizdirektor Martin Graf.
Keystone

Am 16. Februar veröffentlichte der «SonntagsBlick» Bilder einer Gefängniszelle im Massnahmenzentrum Uitikon, die von Carlos verwüstet wurde. Neue Recherchen der NZZ zeigen, dass der «SonntagsBlick»die Bilder möglicherweise vom PR-Berater Roger Huber des Oberjugendanwalts Marcel Riesen zugestellt bekam.

Kommunikationsfachmann Huber bestätig auf Nachfrage der NZZ, dass er die Bilder von Marcel Riesen erhalten habe, verneint aber, sie an den «SonntagsBlick» weitergereicht zu haben. Sein Mandat umfasse lediglich Monitoring und Beratung von Riesen und nicht aktive Medienarbeit. Des Weiteren sei es ihm nicht erlaubt, interne Informationen seines Mandanten an die Medien weiterzugeben. Pikanterweise verfügt Huber über beste Kontakte zum Ringier-Blatt: Bevor er sich selbstständig gemacht hatte, war er vorwiegend für Ringier-Publikationen als Wirtschaftsjournalist tätig.

Keine Kontrolle über Computer

Ringier-Konzernsprecher Edi Estermann verweist in der NZZ auf den Quellenschutz. Nach dem Bericht liegt der NZZ aber die mehrfach bestätigte Aussage eines Kadermitglieds von Ringier vor, wonach es tatsächlich Huber war, der die Bilder dem «SonntagsBlick »zugespielt hatte. Es sei ihm selber ein Rätsel, wie die Bilder von seinem Geschäftscomputer in die «SonntagsBlick»-Redaktion gelangen konnten. In den infrage kommenden Tagen habe er von zu Hause aus gearbeitet und habe folglich keine Kontrolle über den Computer in seinem Büro gehabt.

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