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Doch keine Pornografie im Unterricht

Der Zürcher Kantilehrer, der wegen Pornografie im Unterricht angeklagt war, bleibt freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Berufung zurückgezogen.

mw
Hier lasen die Schüler Wedekind: Die Kantonsschulen Rämibühl (Archivbild)
Hier lasen die Schüler Wedekind: Die Kantonsschulen Rämibühl (Archivbild)
Thomas Burla

Ein Lehrer an einer Kantonsschule sollte seine 14- bis 15-jährigen Schüler mit verbotener Pornographie im Unterricht konfrontiert haben. Dies warf die Zürcher Staatsanwaltschaft einem Deutschlehrer an der Kantonsschule Rämibühl vor. Das Bezirksgericht sprach ihn aber von diesem Vorwurf frei, worauf die Staatsanwaltschaft Berufung einlegte. Nun hat sie diese zurückgezogen.

Den Rückzug der Berufung gab die Kanzlei des Obergerichts am Donnerstag bekannt. Gründe, weshalb die Staatsanwaltschaft ihre Anträge zurückzog, nannte sie nicht. Der Berufungsprozess findet am Freitag folglich nicht statt.

Mutter zeigte ihn an

Damit wird das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom vergangenen Herbst rechtskräftig. Das Gericht hatte den Lehrer vom Hauptvorwurf freigesprochen, da es keine Beweise gefunden hatte. Allerdings hatte es den heute 49-jährige Lehrer für den privaten Konsum von Kinderpornographie zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 160 Franken verurteilt.

Die Mutter einer Schülerin hatte den langjährigen Deutschlehrer im Sommer 2009 angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat leitete darauf eine Strafuntersuchung gegen ihn wegen Pornographie ein. Dabei stellte die Polizei bei einer Hausdurchsuchung auch den privaten Computer des Pädagogen sicher.

Arbeitsverhältnis aufgelöst

Im August 2011 wurde der Mann angeklagt. Gemäss Staatsanwaltschaft hatte er im Unterricht Bücher behandelt wie «Die Menschenfresser» von Marlen Haushofer, «Frühlings Erwachen» von Frank Wedekind oder «Warum das Kind in der Polenta kocht» von Aglaja Veteranyi.

Zudem mussten sich die Schüler gemäss Anklage in Prüfungen mit Themen wie Masturbation, Schwangerschaft von 14-Jährigen, inzestuösen Handlungen und Sex mit Gewalt bis zum Tode beschäftigen.

Bilder von Minderjährigen

Das Bezirksgericht Zürich sprach den Angeklagten im vergangenen Oktober in den Hauptpunkten frei. In den Nebenpunkten sprach ihn das Gericht schuldig. Für den privaten Konsum von Kinderpornographie an seinem Computer wurde er verurteilt.

Auf seinem beschlagnahmten Computer wurden nämlich Aktbilder von minderjährigen Mädchen und Knaben gefunden. Er selbst gab an, er habe die Bilder aus künstlerischen Motiven heruntergeladen.

Der Lehrer war nach der Anzeige freigestellt worden. Die Bildungsdirektion hatte die Auflösung des Arbeitsvertrages veranlasst. Als sich dann der Fall über längere Zeit hinzog, habe man das Arbeitsverhältnis «in gegenseitigem Einvernehmen» auf Ende 2011 aufgelöst, wie es bei der Kantonsschule auf Anfrage hiess.

(SDA)

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