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Bedingte Strafe für gescheiterte Entführung

Ein Hilfsarbeiter wollte für die Russenmafia den Zürcher Millionenbetrüger Martin Gloor entführen. Dafür verurteilt ihn das Bezirksgericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe.

Bedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen: Das Zürcher Bezirksgericht.
Bedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen: Das Zürcher Bezirksgericht.
Keystone

Der Hilfsarbeiter blieb mit seinem Entführungsversuch erfolglos. Das Bezirksgericht Zürich hat ihn nun wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt.

Betrüger Gloor hat sich laut der Zürcher Staatsanwaltschaft unter anderem mit der Russenmafia angelegt: Er prellte sie mit faulen Investitionsgeschäften um über 5,5 Millionen Franken.

Um das Geld einzutreiben, haben zwei Vertreter der Organisation im Juni 2011 einen Hilfsarbeiter engagiert, der sich am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten musste. Er sollte Gloor zunächst fragen, ob er das Geld zurückbezahlen könne - andernfalls sollte er ihn entführen.

Schlägertypen und Sprachcodes

Laut Anklage machte sich der heute 41-Jährige umgehend daran, Gloors Entführung mit einem Komplizen zu planen. Gemäss Staatsanwaltschaft organisierte er dafür zwei Fluchtfahrzeuge, mehrere «Schlägertypen» sowie Sprachcodes via Mobiltelefone.

Bevor sie zuschlagen konnten, griff allerdings die Polizei ein und nahm den Hilfsarbeiter im Juni 2011 fest. Er verbrachte 82 Tage in Untersuchungshaft. Vor Gericht verantworten musste er sich nicht nur wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu einer Entführung, sondern auch wegen mehrfacher Anstiftung zu Amtsgeheimnisverletzung sowie wegen Widerhandlung gegen das Arbeitslosengesetz.

Korrupten Polizisten angestiftet

Neben den Entführungsplänen stand auch die Anstiftung eines korrupten Zürcher Polizeibeamten zur Debatte. Dieser inzwischen rechtskräftig verurteilte Fahnder hatte dem Beschuldigten aus dem Polizeicomputer POLIS Informationen über kriminelle Personen und Verdächtige zugespielt. Hinzu kam der Vorwurf, seine Gemeinde um Arbeitslosengelder geprellt zu haben. Der Angeklagte war nur teilweise geständig.

Die Staatsanwaltschaft verlangte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon sechs Monate unbedingt.

Das Bezirksgericht hat ihn nun weitgehend für schuldig befunden und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt. Ferner muss er wegen Anstiftung zu Amtsgeheimnisverletzung und Widerhandlung gegen das Arbeitslosengesetz eine bedingte Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu 30 Franken zahlen. Das Gericht sah die Schuld des Hilfsarbeiters auch aufgrund von Telefonabhörprotokollen als erwiesen an.

SDA/rre

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