Führen die Knochen zu einem ungelösten Fall?

Ein Passant fand im Ustermer Wald Menschenknochen. Die Polizei wird die Auswertungen der Skelettteile mit der Liste der Vermissten abgleichen. Der bekannteste ungelöste Fall ist jener von Annika Hutter.

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Menschenknochen in einem Plastiksack mitten im Wald – das ist ein grausiger Fund. Wie kam der gelbe Plastiksack in den Ustermer Wald, von wem stammen die Knochen und wie verstarb diese Person? Diesen Fragen geht derzeit die Polizei nach. Sobald Geschlecht und Alter der Knochen bekannt sind, werden die Ermittler die Listen der vermissten Personen und ungelösten Tötungsdelikte überprüfen.

Auf der Fahndungsseite der Kantonspolizei sind derzeit zehn erwachsene Personen als vermisst gemeldet. Die älteste Vermisstenakte stammt aus dem Jahr 2004; eine 36-jährige Stadtzürcherin, die plötzlich verschwand. Ungelöst ist auch der Fall des jungen Mannes, der auf seinem Heimweg nach Uerikon zuletzt am Zürcher Bürkliplatz gesehen wurde. Seit 2008 fehlt von dem damals 21-Jährigen jede Spur.

Seit 30 Jahren verschollen

Doch der wohl bekannteste ungelöste Fall aus der Region ist derjenige der 18-jährigen Annika Hutter. Die junge Frau verschwand 1981 auf dem Weg von ihrem Wohnort Nürensdorf nach Winterthur, wo sie an einem Klassentreffen teilnehmen wollte. Die Polizei ging von einem Verbrechen aus. Einen Täter konnte sie aber nie dingfest machen. Auch Annikas Leichnam blieb spurlos verschwunden, 2011 verjährte der Fall. Der Privatdetektiv Kurt Werner suchte jahrelang auf eigene Faust nach Spuren des verschwundenen Mädchens.

Aufgrund von Sendungsbeiträgen in «Aktenzeichen XY ungelöst» meldeten sich verschiedene Zeugen, die Annika damals zwischen Kemptthal und Dübendorf in einem Mofaanhänger gesehen haben wollen. Die Polizei erzielte damals aber keinen Fahndungserfolg.

DNA-Vergleich

«Da der Fall nun verjährt ist, wäre es möglich, dass der Täter sich der Knochen entledigen wollte», sagt Kurt Werner gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Schliesslich liegt Uster unweit von Dübendorf. Doch bevor die Ermittler diese Spur verfolgen und möglicherweise einen DNA-Abgleich vornehmen, müssen die Resultate der forensischen Untersuchungen vorliegen. Und das dauere mindestens weitere vier Wochen, sagt die Zürcher Kantonspolizei auf Anfrage von Bernerzeitung.ch/Newsnetz.

Zurzeit ist ungewiss, ob es sich bei den gefundenen Knochen überhaupt um Überreste eines Gewaltopfers handelt. Möglich ist auch, dass sich jemand illegal der Knochen entledigen wollte, die er irgendwo gefunden hatte. Gewiss ist, dass die Polizei im Falle eines Tötungsdeliktes kantonsübergreifend ermitteln wird.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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