Erste Fahrt durch den Kunsttunnel

Ab Donnerstagabend ist der 250 Meter lange Ulmbergtunnel wieder geöffnet. Einen Monat verspätet, weil der Boden zu rutschig war. Ein Velofahrer hat den neuen Belag für Bernerzeitung.ch/Newsnetz getestet.

Simon Eppenberger@S_Eppenberger

Ab heute Abend soll der sanierte Ulmbergtunnel wieder begehbar sein. Nachdem der Boden neu bemalt wurde, ist der Fuss- und Velotunnel mit einer einmonatigen Verspätung wieder zugänglich.

Eigentlich hätte die 250 Meter lange Unterführung bereits am 31. Mai 2012 mit einer Feier eröffnet werden sollen. Daraus wurde jedoch nichts. Wie sich bei der Bauabnahme herausstellte, war die verwendete Farbe zu rutschig. In nassem Zustand hätten Fussgänger und vor allem Velofahrer einen Sturz riskiert.

«Belag ist enorm griffig»

Nun wurde ein transparenter Belag über die Bodenkunst aufgetragen. Der Radfahrer, der für Bernerzeitung.ch/Newsnetz mit dem Velo eine Vollbremsung auf nassem Boden hinlegte, kann bestätigen, dass der Boden nun nicht mehr zu glatt ist: «Dieser Belag ist enorm griffig.» Die Schicht sei sogar derart rau, dass der Testfahrer befürchtete, bei einem Sturz grobe Schürfwunden davonzutragen. «Aber wenn der Untergrund so rutschsicher bleibt, dann fällt man bei normaler Benützung wohl kaum hin», meint der Velofahrer.

Der Bodenbelag im Ulmbergtunnel ist das Siegerprojekt eines Wettbewerbs der Stadt Zürich. Ziel war es, den Tunnel nicht nur zu sanieren, sondern auch freundlicher zu gestalten. Während der Boden nun in bunten und grafischen Linien und Kurven gestaltet ist, sind die Mauern in einem hellen Grau gehalten. «Das war eine Bitte der Stadt. Sie gab uns drei verschiedene Grautöne zur Auswahl», sagt Daniel Baumann vom Künstlerduo Lang/Baumann.

Kunst zum Berühren

Die Wettbewerbsgewinner aus Bern, Sabina Lang und Daniel Baumann, wollten anstelle der Wände lieber den Boden bemalen. Da sich an den hellen Wänden wahrscheinlich bald Graffiti-Tags sammeln werden, haben sich Lang/Baumann für dieses Konzept entschieden, wie der Künstler sagt: «Graffiti gehören zur Realität des öffentlichen Raumes. In einer Stadt wie Zürich treffen verschiedene Kulturen und Kunstformen zwangsläufig aufeinander.»

Zudem gefiel den Künstlern die Unausweichlichkeit einer Bodenbemalung: «Kunst wird im Normalfall lediglich angeschaut. Im Ulmberg-Tunnel müssen die Leute die Kunst ausnahmsweise berühren.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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