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EKZ holen alte Stromkabel aus dem See

In den alten Hochspannungsleitungen am Grunde des Zürichsees befindet sich Öl. Die EKZ haben darum beschlossen, die Kabel zu bergen.

Das Stromkabel unterquert den See und endet bei der Übergangsstation Steinrad bei Herrliberg. Arbeiter bei den Verlegearbeiten in Herrliberg im Jahr 1954.
Das Stromkabel unterquert den See und endet bei der Übergangsstation Steinrad bei Herrliberg. Arbeiter bei den Verlegearbeiten in Herrliberg im Jahr 1954.

Die letzte Hochspannungsleitung, die in den 50er-Jahren am Grunde des Zürichsees verlegt wurde, wird jetzt wieder hochgeholt, wie die «Zürichsee-Zeitung» schreibt. Die alten Stromleitungen am Grunde des Sees zwischen Herrliberg auf der rechten und Thalwil auf der linken Seeseite enthalten Öl zur Isolierung. Wenn die Leitungen am Grunde des Sees liegen bleiben, würden sie sich irgendwann zersetzen, und 1200 Liter Öl würden in den See laufen.

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) haben deswegen zusammen mit dem kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) beschlossen, die Stromkabel zu bergen, die heute nicht mehr gebraucht werden. Seit 2009 sind die zwei Hochspannungskabel mit 2,7 Kilometer Länge ausser Betrieb und gelten als Altlast.

Direkter Weg unter dem See

Weil der Weg unter dem See kürzer ist, haben die EKZ zwischen den 30er- und 50er-Jahren Kabel zwischen der rechten und der linken Seeseite mehrere Stromkabel verlegt. Das Kabel aus den 30-er Jahren zwischen Männedorf und Wädenswil ist laut EKZ-Mediensprecherin Dorothea Ditze noch in Betrieb. Ein weiteres Mittelspannungskabel zwischen Thalwil und Erlenbach werde dagegen nicht mehr benutzt. Auch private Anbieter wie Swisscom und UPC haben auf dem Seeboden Kabel verlegt, die noch immer in Betrieb sind. Auch drei Erdgasleitungen queren an unterschiedlichen Stellen den See.

Mit der Bergung der zwei 1954 verlegten Hochspannungsleitungen haben die EKZ gemäss der «Zürichsee-Zeitung» ein Ingenieurbüro beauftragt. Dessen Sprecher Eduard Schiebelbein spricht von einer «Herausforderung». Am Ufer seien die Kabel mit Sand und Zementsäcken beschwert worden. Am Grunde des Sees hätten sie sich aber wahrscheinlich bewegt und seien von einer bis zu 60 cm dicken Sand- und Schuttschicht bedeckt.

Für Taucher zu tief

Da die Kabel bis zu 140 Meter tief im Wasser lägen und Taucher dort nicht mehr operieren könnten, müssten die Männer die Kabel von Pontons aus hochziehen. Dabei müsse man achtgeben, dass die 50 Tonnen schweren Leitungen nicht abbrechen und «im See verlorengehen», so Schiebelbein. Zu 70 bis 80 Prozent hätten die EKZ das Isolieröl zwar aus den Kabeln geblasen. Doch auch das verbliebene Öl würde den See verschmutzen.

Beginnen sollen die Bergungsarbeiten im kommenden Jahr, wobei das Ingenieurbüro auf die Fischschonzeiten und die Vegetationsperioden Rücksicht nehmen müsse. Auch muss noch überprüft werden, ob auf Thalwiler Seite Exemplare der seltenen Malermuschel leben. Bisher wurden lediglich ihre Schalen gefunden. Sollten Taucher lebende Muschelkolonien finden, müssten diese umgesiedelt werden, bevor das Kabel aus dem See geholt wird. Kosten soll die Bergungsaktion rund 900'000 Franken.

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