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Zum Karriere-Ende auf eine Karte setzen

Nach seiner Absetzung als Spielertrainer des regionalen Zweitligisten Horgen wollte es der 35-jährige Francesco Pappone nochmals wissen und spielt jetzt bei Red Star eine Klasse höher.

2. Liga interregional. - Im Mittelfeld von Red Star herrschen keine Generationenkonflikte. Denn obschon es in der Aufbaureihe des interregionalen Zweitligisten zwischen den Spielern Altersunterschiede von 15 bis fast 20 Jahren gibt, sprechen alle dieselbe Sprache. «Wir sind fussballverrückt und wollen gemeinsam den Erfolg», sagt Francesco Pappone. Er, der 35-jährige Routinier, hat im jungen Team von Red Star den Altersdurchschnitt spürbar nach oben gedrückt.

Der Horgner ist auf diese Saison neu zum Erstliga-Absteiger gekommen. Als vollamtlicher Spieler, nachdem er in den letzten sieben Jahren als Spielertrainer bei Thalwil und seinem Stammklub Horgen (zuletzt in der 2. Liga regional) aktiv war. «Das ist alles nicht ganz freiwillig geschehen», erklärt Pappone den Grund, warum er vom Trainer wieder zum reinen Spieler mutiert ist. Und das in einem Alter, in dem der umgekehrte Weg üblich ist.

Viel Unruhe hatte es zuletzt in Horgen gegeben, was für den Seeklub im Zusammenhang mit der Trainerfrage nichts Neues ist. Auf jeden Fall wurde Pappones Vertrag für diese Saison nicht mehr verlängert, was einem Rausschmiss gleichkam.

Abstand vom FC Horgen gebraucht

«Na gut», dachte sich Pappone und freundete sich bereits mit dem Gedanken an, in Horgen der Senioren-Mannschaft beizutreten. Doch die Art und Weise, wie der Klub seines Herzens mit ihm umgesprungen war, nagte an ihm. «Ich beschloss, für eine Weile Abstand vom FC Horgen zu nehmen, und war kurz davor, bei einem Verein in der 3. Liga zuzusagen.» Doch dann kam plötzlich das Angebot von weiter oben. Der neue Red-Star-Trainer Giovanni Gargiulo aus Oberrieden, sein ehemaliger Mentor und Förderer bei Horgen in der 1. Liga, bemühte sich um dessen fussballerische Dienste. Pappone sei der Richtige, um mit seiner Routine und spielerischen Qualität die jungen Spieler in der 2. Liga interregional zu führen, so Gargiulo. Pappone zögerte nicht lange. Erstens ist er mit Gargiulo seit 20 Jahren befreundet. «Zweitens», sagt er, «war Red Star für mich immer ein Vorzeigeverein, bei dem ich gerne mal gespielt hätte.» Dass dies jetzt mit 35 Jahren noch möglich werde, sei natürlich eine tolle Sache.

Mit der Zusage war sich Pappone allerdings auch bewusst, dass für seinen nicht mehr ganz jungen Körper eine Belastungsprobe bevorstand. Von 2002 bis 2009 stand er als Spielertrainer nicht regelmässig auf dem Platz. Dazu kam eine Verletzung, die ihn vom letzten Dezember bis im April ganz ausser Gefecht gesetzt hatte. Nur noch die letzten Meisterschaftsspiele konnte er mit Horgen bestreiten. «Meine Fitness hat unter dieser Zwangspause auf jeden Fall gelitten», sagt Pappone, der sich hochmotiviert in die Red-Star-Vorbereitungsphase mit vier wöchentlichen Trainingseinheiten stürzte.

Spritzigkeit, Ausdauer und Kraft sind zurückgekommen und haben sich mit jeder Woche verbessert. «Der Einsatz hat sich ausbezahlt, und ich spüre, dass der Körper wieder bereit ist, obschon er mit Sicherheit an seine Leistungsgrenze gelangt ist», sagt er.

Pappone hat in den beiden Cup-Partien und dem ersten Meisterschaftsspiel jeweils die ganzen 90 Minuten absolviert und bereits zwei Tore erzielt. «Früher war ich als zentraler Mittelfeldspieler jede Saison für 5 bis 15 Treffer gut», erinnert er sich an vergangene Zeiten beim FC Horgen und beim FC Thalwil. Ob das auch als 35-Jähriger in der 2. Liga interregional klappt, wird sich zeigen. Pappone tritt auf jeden Fall die meisten stehenden Bälle inklusive Penaltys.

Die Freundin ist auch sportbegeistert

Einem erfolgreichen Comeback als Spieler steht eigentlich nichts im Weg. Stellt sich einzig die Frage, ob ein 35-Jähriger bei vier Trainings pro Woche plus Spiel am Wochenende in Basel, Bern oder im Jura seine Pflichten noch wahrnehmen kann. Pappone gibt Entwarnung: Kinder habe er noch nicht, und seine Freundin sei als NLA-Wasserballerin beim SC Horgen selbst sportbegeistert und feuere ihn oft vom Spielfeldrand aus an. Und der Beruf? Pappone ist nach der Trennung von seinem früheren Arbeitgeber zurzeit auf Jobsuche und daher nicht an Termine gebunden. «Das möchte ich aber natürlich möglichst rasch wieder ändern.»

Francesco Pappone (hier noch im Dress des FC Horgen) sagt: «Der Körper ist bereit.»

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