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Zürcher schränken den Flughafen nicht ein

Der Flughafen hat die gestrige Abstimmung gewonnen, aber der Anteil der Kritiker wächst: Noch nie haben sich so viele Stimmbürger dafür ausgesprochen, den Pistenausbau zu limitieren.

Von Liliane Minor Zürich – 41 Prozent der Stimmenden sagten Ja zum Pisten-Ausbaustopp, 32 Prozent votierten für den Gegenvorschlag aus dem Süden. Für das Pro-Komitee ist das Resultat ein Achtungserfolg: Noch nie war der Ja-Stimmen-Anteil für die Sache der Flughafenkritiker so hoch. Die Plafonierungsinitiative scheiterte 2007 mit nur 37 Prozent Ja, die Fairfluginitiative kam 2009 auf 25 Prozent. Offenbar spielte die persönliche Betroffenheit eine grosse Rolle im Stimmverhalten. Ja sagten die Gemeinden, die am meisten Fluglärm haben. Ausnahme ist der Süden, der Nein stimmte. Das ist damit erklärbar, dass dort viele Leute hoffen, dank einem Pistenausbau könne dereinst auf Südanflüge verzichtet werden. Zwischen 86 und 20 Prozent Ja Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich die Gemeinden im Kanton abstimmten. In den lärmbetroffenen Gemeinden fiel das Ja zum Teil sehr deutlich aus: In Lindau gab es etwas mehr als 80 Prozent Ja, in Kyburg sogar über 86. Das erkläre sich mit den jüngsten Erfahrungen, sagt Ursula Moor (SVP), Präsidentin des Schutzverbands: «Diese Gemeinden sehen sich im Hinblick auf einen Ausbau der Piste 10/28 heute schon mit Einschränkungen in der Bautätigkeit konfrontiert.» Vielerorts spielte offenbar auch die Haltung der Gemeindeexekutiven eine Rolle: Wo sie sich pointiert äusserten, folgten ihnen die Stimmbürger – etwa in Höri, aber auch in Maur. So pointiert das Ja in den einen Gemeinden war, so klar war das Nein in anderen. Am tiefsten lag der Ja-Anteil zum Ausbaustopp in Zumikon mit 20 Prozent. Der Gegenvorschlag kam in Rüschlikon sogar nur auf 15 Prozent Ja. Damit dürfte die Abstimmung in die Annalen eingehen als jene mit der grössten Spannweite im Stimmverhalten. Südschneiser zufrieden Unerwartet deutlich fiel das Nein der Südgemeinden zum Gegenvorschlag aus, der vom Verein Flugschneise Süd Nein (VFSN) lanciert worden war. In den Bezirken Uster und Hinwil gab es 36 Prozent Ja, in Meilen 28. Keine einzige Südgemeinde befürwortete den Gegenvorschlag – nicht einmal Schwamendingen sagte Ja. Dafür sprachen sich 15 Gemeinden im Osten und Westen für den Vorschlag aus dem Süden aus. Dennoch zeigte sich VFSN-Präsident Thomas Morf zufrieden: «Das Wichtigste ist das Nein zum Ausbaustopp.»Kommentar und Bericht Seite 13

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