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Zürcher Polizei will für 50 Millionen eine Sicherheits-Akademie bauen Zürcher Polizei plant für 50 Millionen eine Sicherheitsakademie

Trotz Streichung von Polizeistellen infolge Spardrucks: Die Stadt nimmt die Planung für das Ausbildungszentrum Rohwiesen am Stadtrand in Opfikon wieder auf.Trotz der Sparaktion bei den Polizeistellen: Die Stadt nimmt die Planung für das Ausbildungszentrum Rohwiesen in Opfikon wieder auf.

Von Martin Huber Zürich – Heute Mittwoch setzt das Zürcher Stadtparlament die Budgetdebatte fort. Ein brisantes Geschäft ist unter anderem die geplante Streichung von 15 zusätzlichen Polizeistellen im Rahmen der von den Bürgerlichen verlangten Budgetkürzung. Doch gleichzeitig hat das Polizeidepartement von Daniel Leupi (Grüne) auf anderer Ebene Grosses vor. Es will das bisherige Zivilschutzzentrum Rohwiesen, unmittelbar an der Stadtgrenze in Opfikon gelegen, zu einer Sicherheitsakademie umbauen. Dort soll die Ausbildung aller Blaulicht-Organisationen – Polizei, Feuerwehr, Sanität und Zivilschutz – unter einem Dach zusammengefasst werden. 2016 soll es stehen Geplant sind die Sanierung des Hauptgebäudes von 1973 samt Erweiterung von Küche und Restaurant, ein Neubau mit Ausbildungs- und Arbeitsräumen sowie die Erweiterung der Übungsanlagen im Freien. Jahrelang war das Projekt mit einer Bausumme von rund 50 Millionen Franken schubladisiert. Doch jetzt wagt Leupi den Neustart: «Die Planung für den Um- und Ausbau des Ausbildungszentrums Rohwiesen wird wieder aufgenommen», bestätigt sein Departementssekretär Christoph Hiller. Derzeit wird der Projektierungskredit in der Höhe von rund 6 Millionen Franken vorbereitet. Ende 2011, so der Fahrplan, soll der Gemeinderat darüber abstimmen, 2012 wird das definitive Projekt ausgearbeitet, 2013 folgt die Volksabstimmung. Bei einem Ja könnte 2014 mit dem Bau begonnen werden, und dieser wäre dann im Sommer 2016 bezugsbereit. «Kein Widerspruch» Bei den Polizeistellen wird der Rotstift angesetzt, gleichzeitig investiert man 50 Millionen Franken in ein Ausbildungszentrum – wie geht das zusammen? «Auf den ersten Blick mag das irritieren», sagt Departementssekretär Hiller. Doch es sei kein Widerspruch. Erstens habe der Stadtrat die 15 Polizeistellen nicht freiwillig gestrichen. Vielmehr sei er dazu gezwungen worden, weil eine Parlamentsmehrheit eine Budgetkürzung forderte. Zweitens sei der Planungskredit für das Rohwiesen nicht im umstrittenen Budget 2011 aufgeführt, sondern erst in jenem für 2012. In diesem werden laut Hiller aller Voraussicht nach auch die 15 zusätzlichen Polizeistellen wiederaufgenommen. Drittens handelt es sich um einen strategischen Entscheid für ein auf Jahrzehnte ausgerichtetes Projekt: «Es wäre falsch, ein solch langfristiges Projekt aufgrund einer einmaligen Budgetkürzung zu sistieren.» Doch braucht es das neue Ausbildungszentrum überhaupt? Jahrelang kam das Polizeidepartement auch ohne dieses aus. «Der Neubau macht durchaus Sinn», betont Hiller. Die Zusammenfassung der theoretischen und praktischen Ausbildung von Stadtpolizei, Feuerwehr, Sanität und Zivilschutz auf einem einzigen Areal ergebe vielfältige Synergien, vereinfache die Koordination und verbessere die Einsatzbereitschaft. Gegenwärtig finden die Ausbildung der Einsatzkräfte an vier verschiedenen Standorten statt. Hohe Erwartungen Die Erwartungen an die Akademie sind hoch: Das neue Zentrum soll sich als Lehrstätte für alle Sicherheitsberufe etablieren und ein «Renommee weit über die Stadtgrenzen hinaus erhalten», heisst es im Projektbeschrieb. Vorgesehen ist auch die Schulung externer Fachleute etwa im Brandschutz in Schulen, in der Kriminalberatung oder in der Stabsarbeit bei Grossereignissen. Jahrelange Verzögerung Ursprünglich wollte das Polizeidepartement die Sicherheitsakademie bereits Anfang 2010 eröffnen. Das Hochbaudepartement hatte 2005 einen Projektwettbewerb durchgeführt, im Frühling 2007 beantragte der Stadtrat dem Parlament einen ersten Projektierungskredit. Doch im Herbst desselben Jahres geriet das Vorhaben ins Stocken. Im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen Kanton und Stadt über die Errichtung einer gemeinsamen Polizeischule sistierte es der Stadtrat. Inzwischen haben sich die Pläne für eine solche Schule konkretisiert. Regierungs- und Stadtrat beschlossen, dass es nur noch eine Polizeischule im Kanton geben soll, und zwar im geplanten Polizei- und Justizzentrum (PJZ) auf dem Areal des Güterbahnhofs. Die praktische Ausbildung dagegen soll unter anderem in Aussenanlagen stattfinden, namentlich im Rohwiesen. Dies werde unabhängig vom weiteren Vorgehen beim PJZ so bleiben, sagt Hiller.

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