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Zürcher Eistaucher verunglückt

Im Rahmen eines Weltrekordversuchs hat ein 42-Jähriger in Davos sein Leben verloren. Er wollte von einem Eisloch zu einem anderen schwimmen, tauchte aber nicht mehr auf.

Von Marcel Reuss Der bekannte Zürcher Apnoe-Taucher Peter Colat aus Rafz hätte gestern Sonntag im Davosersee die Weltrekordmarke von 108 Meter im Strecken-Eistauchen ohne Atemgeräte brechen wollen. Sechs Sicherheitslöcher wurden dafür vorgängig ins Eis geschnitten. Doch wegen eines tödlichen Unfalls musste Colat, der mit 127 Meter unter anderem den Schweizer Rekord im Streckentauchen ohne Flossen hält, seinen Rekordversuch absagen. Zu lange unter Wasser Zum Unfall kam es am Samstag, als drei Taucher den Weltrekordversuch vorbereiteten, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilte. Ob Colat Teil der Gruppe war, konnte die Bündner Polizei gestern zwar nicht bestätigen, es darf aber angenommen werden. Sicher ist jedenfalls, dass die drei Taucher trainingshalber von Loch zu Loch tauchten. Der Erste schaffte dabei die ganze Strecke. Der zweite tauchte bis zur 75-Meter-Marke. Der Dritte hätte nach rund 20 Sekunden beim 50-Meter-Loch wieder auftauchen sollen. Als er dort nach 40 Sekunden noch immer nicht erschien, tauchte ihm sein Vorgänger entgegen – ohne ihn zu finden. Sofort stieg darauf ein Taucher mit Sauerstoffflasche ins kalte Wasser. Er fand den Vermissten und konnte ihn über das Ausstiegsloch aufs Eis retten. Doch die Rettung war zu spät, wie sich im Nachhinein zeigte. Vor Ort hatten sich sofort Rettungsteams der Ambulanz Davos und der Rega um den Verunfallten gekümmert, und später wurde er ins Kantonsspital Chur geflogen. Sein Zustand wurde dabei als kritisch beschrieben. Er war leider so kritisch, dass der 42-Jährige aus dem Kanton Zürich am Sonntag an seinen Verletzungen gestorben ist. Unklarer Unfallhergang Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Mann rund 2 Minuten 45 Sekunden unter Wasser gewesen, teilte die Polizei gestern mit. Unklar ist jedoch der genaue Unfallhergang. Offen ist zum Beispiel die Frage, ob sich der Verunglückte unter Eis an der Führungsleine gesichert hatte. Aufschluss darüber soll die Befragung der anderen beiden Taucher geben, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Untersuchungen an den Eislöchern auf dem Davosersee.Foto: Keystone

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