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«Wo die Wirtschaft wächst, wachsen die Bäuche»

Übergewicht in der Schweiz Dickbäuche nehmen überhand, TA vom 21. November Aggressive Werbung. Auch in unserem Land nehmen die Dickbäuche überhand. Kein Wunder, denn wo die Wirtschaft wächst, wachsen auch die Bäuche. Eine aggressive Werbung fordert uns täglich auf, immer mehr zu konsumieren. Die Gestelle unserer Supermärkte quellen über vom Warenangebot, und viele können es sich nicht verkneifen, hemmungslos zuzugreifen. Schon die Alten haben vor übermässigem Gebrauch der Lüste, vor der Flucht in die Sucht, gewarnt. Dekadenz findet überall dort statt, wo sich der US-amerikanische Lebensstil ausgebreitet hat. Die Folgen werden nicht auf sich warten lassen. Dicke sind nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein ästhetisches Problem. Schämen sie sich eigentlich nicht, so herumzulaufen? Ich nehme ausdrücklich jene Menschen von meiner Kritik aus, die krankheits- und veranlagungsbedingt übergewichtig sind. Walter Artho, Schlieren Prävention wird gekürzt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sei übergewichtig, heisst es in einer Studie des Bundes. Um das festzustellen, braucht es keine Statistiken, man begegnet dem Problem im Alltag auf Schritt und Tritt. Regelmässig werden gesundheitsrelevante Probleme publik. Dann wird zum Handeln aufgerufen. Präventionsmassnahmen werden angedacht, und viel Geld wird ausgegeben. Dann gilt wieder business as usual. Solange die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie die vielen Dienstleister im Krankheitssystem vom aktuellen System profitieren, wird auch nichts Nachhaltiges geschehen. Das zeigt sich auch darin, dass sich die Gesundheitskommission des Ständerats kürzlich zwar für das Präventionsgesetz ausgesprochen hat, aber keine Gesundheitsfolgenabschätzungen will. Die Beiträge für Prävention von vorgeschlagenen 0,125 Prozent auf 0,075 Prozent zu senken, heisst aber im Klartext, dass Prävention nicht gefragt ist. Dazu kommt, dass die Ernährungsberatungsindustrie mehr als fragwürdige Empfehlungen herausgibt, die wenig mit dem zu tun haben, was die Ernährung für das Funktionieren des menschlichen Körpers bedeutet. Elisabeth Meier-Abplanalp, Kirchdorf Kompensierte Unzufriedenheit. Nun ist es offiziell: Bauchfettansatz ist nicht nur ein ästhetisches Problem, er erhöht die Gesundheitsrisiken entscheidend. Nicht nur eine falsche Ernährung oder eine ungünstige Veranlagung lassen die Fettreserven wachsen. Meist ist es ein Zusammenspielen verschiedener Faktoren, die zu unerwünschtem Fettansatz führen. Verheerend wirkt sich innere Unzufriedenheit aus, die mit Snacks und Süssigkeiten kompensiert wird. Ein durch Übergewicht schlechtes Körpergefühl ruft nach weiterem Trost durch Essen, was zu einem eigentlichen Teufelskreis von Unzufriedenheit und unkontrolliertem Essverhalten führen kann. Eine professionelle Ernährungsberatung, basierend auf einer Stoffwechselanalyse, ist meistens erfolgreicher als eine Standarddiät. Ein sinnvolles Ernährungs- und Bewegungsverhalten sieht bei jedem Menschen, abhängig von seiner Veranlagung und seiner Lebenssituation, anders aus. Carin Wettstein, Schwerzenbach «Die Gestelle der Supermärkte quellen über und viele können es sich nicht verkneifen, hemmungslos, zuzugreifen.» Viele Schweizer strapazieren zunehmend ihre Hemden. Foto: Getty Images

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