Zum Hauptinhalt springen

«Wir sind noch ein kleiner Fisch in einem grossen Teich»

Eine Genossenschaft mit Sitz in Opfikon will die Bedingungen von Schweizer Kleinunternehmen verbessern. Phil Simonet erklärt, wie das geht.

Mit Phil Simonet* sprachFahrettin Calislar Nächste Woche organisiert die Opfiker Initiative Swissinput im Novotel beim Glattpark zwei Vorträge zum Thema faire Wirtschaft, vor allem für KMU (Kleine und mittlere Unternehmen). Es sprechen Alt-Nationalrat Jean Ziegler (18. September) und Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann (19. September). Gestern eröffnete Hans Kissling, Ex-Chef des Zürcher Statistikamts, die Veranstaltungsreihe. Hinter Swissinput steht eine Genossenschaft mit rund 50 Mitgliedern und Büros in Deutschland und auf den Philippinen. Geschäftsführer ist der Wirtschaftssoziologe Phil Simonet. Herr Simonet, «faire Marktwirtschaft» klingt für viele Menschen eher nach einem Widerspruchin sich. Warum geht das Konzept Ihrer Meinung dennoch auf? Eine weltweite faire Wirtschaftsordnung ermöglicht Chancengleichheit und Partizipation für alle Unternehmen, also auch für kleine und mittlere Firmen. Chancengleichheit zum Beispiel punkto Zugang zu Vermögen, Ressourcen und Information. Vor allem kleine Firmen haben eine schwache Position gegenüber den weltweit operierenden Multis, neue Märkte zu erschliessen. Wir bringen Asien zu unseren KMU. Auch Kleingewerbler sollen eine Chance zum Wachstum haben, ohne von den Grossen behindert zu werden. Dies wollen wir mit einer Plattform ermöglichen, die ihre Bemühungen konzentrieren kann. Und wie geht das vor sich? Wir beraten die KMU, liefern ihnen Inputs, vermitteln Partnerschaften mit Unternehmen in Asien. Wir schlagen Brücken zwischen Schweizer KMU und möglichen Partnern in Asien. Dafür werden wir Ende nächstes Jahr das erste europäisch-asiatische Entwicklungszentrum realisieren. Es entsteht ein Geschäfts- und Eventgebäude, das Schweizer KMU und ihren asiatischen Partnern als Businessplattform dient. So konzentrieren wir die notwendigen Kräfte. Wieso Asien? Es gäbe ja sicherauch in Afrika oder Südamerika Entwicklungspotenzial. Wir wollen uns zu Beginn nicht übernehmen. Wir sind noch ein kleiner Fisch in einem grossen Teich und fangen nicht dort an, wo die Arbeit am schwierigsten ist. Deshalb sind wir im asiatischen Raum aktiv. Dort ist eine grosse Konzentration von Ressourcen vorhanden, welche wir kanalisieren können. Asien ist aber ein erster Schritt für unser Unternehmen, weitere könnten folgen. Sie sind als Genossenschaft organisiert. Ist das politische Absicht? Wir stehen ein für eine Mischwirtschaft, in welcher Aktiengesellschaften, staatliche Organisationen und Genossenschaften gleichwertig ihren Platz haben. Mit der Form der Genossenschaft sichern wir die Chancengleichheit in unserer eigenen Organisation und unserem Netzwerk. Wir wissen, dass Genossenschaften genauso gut arbeiten wie die AGs. Wir haben aber auch durchaus vor, bei der Expansion AGs zu gründen. Drei Redner mit auffällig unterschiedlichem Hintergrund halten die Vorträge. Gibt es eine Klammer, die sie verbindet? Das ist der Punkt: Wir sind heute Konkurrenz gewöhnt. Doch wir sind der Meinung, dass Kooperation und Ergänzung wichtiger sind. Wir bringen die verschiedenen Sichtweisen und Potenziale gleichwertig zusammen. Der Zuhörer soll sich selbst ein Bild machen, wir müssen ihm nicht vorschreiben, was er zu denken hat. www.swissinput.ch Phil Simonet Der Wirtschaftssoziologe und Swissinput-Geschäftsführer setzt sich ein für mehr Fairness beim Geschäften.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch