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Widerstand gegen Verlängerung der Küsnachter Buslinie 912

Der Bus soll bald Besucher zum Küsnachter Friedhof und zur Pflegeresidenz Bethesda fahren. Anwohner empfinden das als «unvernünftige Zwängerei».

Von Christian Dietz-Saluz Küsnacht – Der Küsnachter Gemeinderat beantragt mit dem revidierten Richtplan Verkehr am 28. März der Gemeindeversammlung, die Buslinie 912 zu verlängern. Dies, zumal die Buslinie 912 mit einer rund 1 Kilometer langen Schlaufe leicht auch das Pflegezentrum Bethesda und den Friedhof Hinderriet ans Netz binden könnte. Auch die kürzlich von Anwohnern gegründete IG Pro Hinderriet ist der Meinung, dass ein Quartier mit rund 600 Einwohnern erschlossen werden soll. Kürzlich stärkte sie dem Gemeinderat mit einer Flyer-Aktion den Rücken.Nun meldet sich das Komitee Schüracher/Rietstrasse zu Wort. Es vertritt nach eigener Darstellung ebenfalls die Interessen des Quartiers – und wehrt sich gegen die Busschleife. Es sei nicht einzusehen, weshalb ein Bus mitten durch ein Wohnquartier mit 600 Personen fahren solle. Sowohl die Rietstrasse als auch die Schüracherstrasse sind verkehrsberuhigt mit Tempo 30. Im Bogen trennt ein Fussgängerweg die beiden Strassen. Sie sind derzeit also eigentlich Sackgassen. Für den Bus müss der Fussgängerweg aufgehoben und ausgebaut werden, kritisieren die Gegener der Vorlage. Dem widerspricht Planungsvorstand Mark Furger (FDP): «Es sind keine Strassenausbauten nötig.» Weiter glaubt das Komitee, das Projekt koste nicht wie in der Weisung angegeben 40 000 Franken, sondern der Bau einer Busschlaufe käme auf mindestens 0,5 Million Franken zu stehen. «Die Vorlage selbst umfasst keine Investitions- oder Betriebskosten», rechtfertigt Planungsvorstand Mark Furger das Projekt. Die im Bericht aufgeführten Investitionskosten von 40 000 Franken würden im Wesentlichen die einmalige Einrichtung der Haltestellen-Infrastruktur sowie den Bau einer Schranke betreffen, sagt er. «Die hohen Kosten im genannten Umfang würden dann entstehen, wenn für den Bus ein Wendeplatz gebaut werden müsste, was nötig wäre, wenn er vom Bethesda wieder zurück zum Fallacher fahren würde, was aber nicht vorgesehen ist.» Kaum Passagiere vom Heim Die Kritik, wonach der Bus 912 das Quartier an die Stadt Zürich anbinde statt ans Dorfzentrum von Küsnacht, lässt Furger nur teilweise gelten. Der Bus 919 könne wegen der knappen Fahrzeit Waltikon Forchbahn–Bahnhof Küsnacht die Busschlaufe nicht befahren. Das Umsteigen zum Küsnachter Dorfzentrum sei wegen der Wartezeit (rund 15 Minuten) «wohl nicht optimal, bringt aber sicher einigen Leuten doch eine Verbesserung». Der Gemeinderat hält es für falsch, «eine gute Lösung abzulehnen, nur weil es theoretisch noch eine bessere Variante gäbe». Das Komitee warnt vor einem Leerlauf. Ein Pflegeheim generiere zu wenige Passagiere. Deshalb sei auch die Buslinie zum Küsnachter Pflegeheim am See wieder aufgehoben worden. Auch diese Kritik lässt Mark Furger nicht gelten. Bei dieser Buslinie habe es sich um einen Versuchsbetrieb gehandelt, der zugunsten eines geänderten Betriebskonzepts wieder eingestellt wurde. Man erprobte die Anschlüsse in Küsnacht statt in Erlenbach zu realisieren. Zudem sei das Fahrgastpotenzial des Pflegeheims am See mit rund 40 Betten mit dem des Gebiets Hinderriet nicht vergleichbar. Allein das Pflegeheim Bethesda habe gut 150 Betten und der Panoramapark 50 Seniorenwohnungen. Eine Alternative mit Shuttle-Bus fürs Bethesda hält der Planungsvorstand für «wesentlich kostenintensiver». Dieter Ryffel vom Komitee Schüracher/Rietstrasse hält die Kritik am Projekt des Gemeinderats aufrecht. Das Komitee werde daher alles unternehmen, um möglichst viele Stimmberechtigte aus dem Quartier an die Gemeindeversammlung zu bringen. Er rechnet mit 70 Personen. «Und an der Gemeindeversammlung werden wir alle anderen Küsnachter überzeugen müssen. Es geht ja schliesslich ums Portemonnaie von uns allen.»

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