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Weniger Lehrer für die Volksschule

Im Kanton Zürich werden die Lehrerstellen ab 2012 nach einem neuen System verteilt. Die Gemeinden im Bezirk Meilen gehören zu den Verlierern des Modells.

Von Jacqueline Surer Mit dem Ziel, die Lehrerstellen gerechter zu verteilen, rief die kantonale Bildungsdirektion vor sieben Jahren den Sozialindex ins Leben. Die Kennzahl bringt nicht nur die soziale Struktur der Schulgemeinden auf den Punkt. Die Bildungsdirektion verwendet den Sozialindex auch, wenn es darum geht, Lehrerstellen zu vergeben. Schulgemeinden mit vielen Kindern aus einfachen Verhältnissen sollen etwas mehr Stellen, sogenannte Vollzeiteinheiten (VZE), bekommen als andere. Nun ist die Formel, die dem aktuellen Sozialindex zugrunde liegt, angepasst worden. Grund dafür war nicht zuletzt die heftige Kritik mehrerer Gemeinden, darunter Hombrechtikon, am Modell. Neu spielt etwa die Arbeitslosenquote einer Gemeinde keine Rolle mehr. Schulgemeinden ärgern sich Für die Schulgemeinden im Bezirk Meilen verheisst die Reform nicht viel Gutes. Fast alle müssen Stellen abgeben. Einzige Ausnahme ist Hombrechtikon: Die Schulgemeinde gewinnt 0,9 Vollzeiteinheiten. Der neue Index tritt ab dem Schuljahr 2012/2013 in Kraft. Am meisten betroffen ist Männedorf, gemäss Modellrechnung müsste die Primarschule drei Stellen abgeben. Welche Auswirkungen der neue Sozialindex konkret auf die Männedörfler Schule haben wird, kann Schulpräsident Urs Kuhn (SP) noch nicht sagen: «Es ist möglich, dass die Klassen künftig grösser werden.» Kuhn zeigt Verständnis für die Bemühungen des Kantons, die Volksschule «gerechter» zu machen. Mit diesem Ziel könne man aber nie alle zufriedenstellen. «Für uns ist es ärgerlich, dass wir Stellen abgeben müssen.» Die Belastungen der Lehrpersonen an den Schulen im Bezirk Meilen seien nicht geringer als in anderen Gemeinden. «Sie sind einfach anders.» So gebe es etwa viele Eltern, die hohe Erwartungen an die Schule hätten. «Das kann für einen Lehrer oder eine Lehrerin auch zu einer Belastung werden.» Ähnlich sieht das Patrik Jeuch (FDP), Schulpräsident von Zollikon und Vorstandsmitglied im kantonalen Schulpräsidentenverband. Er hatte bereits in der Vernehmlassung zum neuen Sozialindex kritisiert, dass von den Belastungen der Lehrpersonen im Modell nicht die Rede sei. Dabei sei gerade in Zollikon die Grenze des Tragbaren bei vielen Lehrern bald erreicht. Wie praktisch in allen Gemeinden im Bezirk, wird man auch in Zollikon Stellen abbauen müssen. Eine mögliche Konsequenz ist auch hier, dass die Schulklassen grösser werden. Schon heute gibt es in Zollikon Primarklassen, in denen 26 Kinder sitzen. Auch Uetikon muss abbauen Zu den grösseren Verlierern gehört auch die Gemeinde Uetikon. In der Primarschule muss sie eine Stelle abbauen. Aber auch für die Sekundarschule gibt es im neuen System weniger Lehrerstellen: Statt wie bisher 8,0 sind künftig nur noch 7,7 VZE vorgesehen. Für die krisengeschüttelte Sekundarschule sind das keine guten Neuigkeiten. Die Probleme rund um das umstrittene Schulmodell wurden von verschiedener Seite damit begründet, dass man mehr Lehrpersonen bräuchte, um das Modell des selbst gesteuerten Lernens besser umsetzen zu können.

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