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«Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft wird weit und steinig sein»

EnergiepolitikWir sind weit weg von 2000 Watt,TA vom 23. Februar Graue Energie nicht berücksichtigt. Es sollte meiner Meinung nach klar geworden sein, dass das Thema der «2000-Watt-Gesellschaft» in der breiten Öffentlichkeit nicht verstanden wird und daher nicht «handhabbar» ist. Der Zahlenmanipulation ist damit auch in Zukunft Tür und Tor geöffnet. In einer Medienkonferenz meinen einige Politiker schulterklopfend, dass man schon sehr weit gekommen sei. Es scheint, dass diese Herren selbst nicht genau wissen, wie das Modell überhaupt definiert ist. Eine gute Definition samt anschaulichen Grafiken findet sich im Internet, publiziert von Novatlantis. Entscheidend bei der Berechnung ist eben, dass es nicht nur um den persönlichen Energieverbrauch in den offensichtlichen Bereichen Strom und Mobilität (fahren, fliegen und ÖV) geht. Der weitaus grössere Anteil für den persönlichen Wert ergibt sich aus der Pro-Kopf-Umlegung des gesamten Energieverbrauchs in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Güter, Nahrung und Infrastruktur. Es geht – wie im Artikel gesagt wurde – um das, was man gemeinhin unter «grauer Energie» versteht. Relevante Werte zusammenzutragen, ist hier halt sehr schwierig. Also macht man es sich einfach und lässt diese einfach weg. Dies ist auch eine Art der Methodik. Hans R. Burri, Zürich Zugpendler verbrauchen weniger. Die in den Medien schon einmal kolportierte Behauptung, der Arbeitsweg zwischen Zürich und Bern – und zwar mit dem Zug – belaste das Energiekonto eines Pendlers bereits mit 1500 Watt, ist in der Zwischenzeit nicht wahrer geworden. Das lässt sich leicht nachprüfen: Gemäss einer Studie des Bundesamtes für Energie wie auch gemäss den Angaben der SBB werden beim Transport eines Zugpassagieres im Schnitt etwa 110 Wh pro Kilometer (Primärenergie) verbraucht. Aufgerechnet auf eine Distanz von 230 km pro Arbeitstag ergibt sich daraus eine Dauerleistung von rund 600 Watt – weniger als die Hälfte des behaupteten Wertes. Im Übrigen bin ich durchaus der Meinung, dass der Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft weit und steinig sein wird. Daniel Engler, Winterthur Ökologisches Fliegengewicht. So viel Ökologie innert weniger Tage im Tagi. Das ist erfreulich. Beispielsweise der Artikel «Zürich soll um 150 000 Einwohnende wachsen». Frage: Wo bleiben da Erholungsraum und Stadtgrün? Oder die Analyse «Wir sind weit weg von 2000 Watt» und wir habennull Bock auf Verzicht. Und dann in der gleichen Nummer, grösser noch als der Artikel über die 2000-Watt-Gesellschaft, der Artikel über Ökologie auf dem Friedhof. Da wird doch tatsächlich ein ökologisches Fliegengewicht zu einem riesigen Thema aufgeblasen. Dabei spielt es für die Ökobilanz der Stadt Zürich keine Rolle, ob jetzt Stiefmütterchen auf den Gräbern stehen oder ob mit einem Benzinmotormäher dreimal im Jahr die alternative Blumenwiese gemäht würde. Entscheidend für die Ökobilanz von Zürich ist, wie Stefan Häne richtig schreibt, ob wir es schaffen, zu verzichten, z B. auf den Stromfresser Tumbler, auf Autofahrten und auf den Flug in die Herbstferien. Das sind unsere ökologischen Herausforderungen und nicht die Frage der Grabbepflanzung. Peter Stünzi, KilchbergLandschaftsarchitekt Immense Anstrengungen nötig. Die Darlegung des Energieverbrauches beim Reisen zeigt auf, welche immensen Anstrengungen auf technischer Seite noch zu leisten sind. Fangen wir endlich ernsthaft und grossflächig damit an, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Rolf Wyder, Turbenthal «Entscheidend für die Ökobilanz von Zürich ist, ob wir es schaffen, auf Stromfresser, Autofahrten und Ferienflüge zu verzichten.»

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