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Wechsel an der Spitze

Thalwil ist nicht mehr die steuergünstigste Gemeinde im Bezirk. Diesen Spitzenplatz belegt jetzt Rüschlikon.

Von Daniela Haag Bezirk – Nächstes Jahr werden die Einwohnerinnen und Einwohner in Rüschlikon voraussichtlich den tiefsten Steuerfuss haben. Der Gemeinderat will den Satz um 3 auf 79 Prozent senken (siehe Grafik). Damit nimmt Rüschlikon auch kantonsweit einen Spitzenplatz ein. Anders Thalwil. Thalwil ist dieses Jahr zusammen mit Kilchberg noch die steuergünstigste Gemeinde im Bezirk. Der Thalwiler Gemeinderat beantragt aber eine Erhöhung um 5 Prozent. Stimmen die Thalwilerinnen und Thalwiler der Erhöhung zu, beträgt der Steuerfuss 2011 85 Prozent. Mehrausgaben fürs Alter Thalwil ist die einzige Gemeinde im Bezirk, welche den Steuerfuss erhöhen will, und das auch noch markant. Trotzdem bleibt Thalwil vergleichsweise eine günstige Gemeinde und liegt im Bezirk weiterhin im vorderen Drittel. Die Erhöhung ist laut Finanzvorstand Märk Fankhauser (FDP) nötig, weil die Ausgaben für das Alter und das Soziale steigen. Obwohl sich die Einnahmen dank der Steuerfusserhöhung ebenfalls erhöhen, budgetierte die Gemeinde ein Defizit von 6,2 Millionen Franken. Ohne Steuererhöhung würde es sogar 3 Millionen Franken höher ausfallen. Der Gemeinderat geht davon aus, dass nicht wie in früheren Jahren unerwartet hohe zusätzliche Steuererträge in die Kasse fliessen werden. Er rechnet auch damit, über 2 Millionen Franken mehr in den kantonalen Finanzausgleich bezahlen zu müssen. Wädenswil rechnet anders Wie Thalwil budgetieren auch andere Gemeinden für 2011 ein Defizit. Sie ziehen aber nicht die gleichen Konsequenzen. Wädenswil beispielsweise will den Satz um 3 auf 107 Prozent (inklusive Oberstufenschule) reduzieren, obwohl die Stadt mit einem Defizit von 7,9 Millionen Franken rechnet, also noch tiefer in den roten Zahlen steckt als Thalwil. Der Stadtrat stellt sich aber auf den Standpunkt, die Stadt könne sich die Reduktion leisten, weil das Eigenkapital rund 60 Millionen Franken betrage. Möglicherweise fällt die Reduktion sogar noch grösser aus. SVP, FDP und das Bürgerliche Forum (BFPW) verlangen nämlich einen noch tieferen Steuerfuss. Die Bürgerlichen argumentieren, die Rechnung falle regelmässig massiv besser aus als budgetiert. Schlusslicht Hütten In der Hälfte der Bezirksgemeinden bleibt der Steuerfuss nächstes Jahr gleich, nämlich in Kilchberg, Horgen, Richterswil, Adliswil, Hirzel und Hütten. In fünf Gemeinden sinkt er. So auch in Schönenberg um 1 auf 112 Prozent. Wobei der Gemeinderat diese Woche beschlossen hat, einen gleichbleibenden Steuerfuss von 93 Prozent für die Politische Gemeinde zu beantragen. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler profitieren aber von einer Reduktion, weil die Oberstufenschule Wädenswil/Schönenberg/Hütten (OSW) eine Senkung um 1 auf 19 Prozent vorsieht. Die Hüttnerinnen und Hüttner gehen trotzdem leer aus. Sie bleiben sowieso auf dem Maximalsteuerfuss, weil die Gemeinde im Steuerfussausgleich ist. Die Steuerfüsse sind noch nicht definitiv. Es handelt sich um die Vorschläge der Gemeindeexekutiven. Die Gemeindeversammlungen und die beiden Stadtparlamente in Adliswil und Wädenswil werden die Steuerfüsse in den nächsten Wochen beraten und festlegen. Bildlegende Text.Foto: Vorname Name, Agentur

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