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Was die Welt im Innersten zusammenhält

Wenn der Uetiker Marcel Menet seine Ruhe haben will, stellt er sein Teleskop auf einer Wiese auf und sucht die Sterne.

Uetikon. - Schon als kleiner Bub interessierte sich Marcel Menet für das Weltall und naturwissenschaftliche Zusammenhänge. So nahm er nach der Matura ein Werkstoffingenieur-Studium an der ETH in Angriff. Der heute 44-jährige Uetiker formuliert es wie einst Goethe: «‹Was die Welt im Innersten zusammenhält› ist das, was mich interessiert.» Daneben war er ein leidenschaftlicher Fussballspieler, trainierte fünfmal pro Woche. Während zehn Jahren spielte er gar in der 1. Liga.

Auch heute trifft man den Vielbeschäftigten auf dem Fussballplatz in Meilen - als Juniorinnen-C-Trainer. «Mir gab dieser Sport sehr viel, und das möchte ich mit meinem Engagement als Trainer zurückgeben.» Bewegung ist ihm überhaupt wichtig, er joggt und fährt Mountainbike.

Trotz Krise selbstständig

Nach 15 Jahren in der Aluminiumbranche, davon zehn Jahre als Geschäftsführer des Aluminium-Verbandes Schweiz, hat sich der Uetiker letztes Jahr selbstständig gemacht. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die Metallindustrie in die Krise schlitterte. Menet sieht das pragmatisch: «Ich wollte offen für Neues sein.»

Er gründete die Me-Network GmbH, die Dienstleistungen im Verbandsmanagement anbietet. «Es macht mir weiterhin grossen Spass, der Metallbranche Gehör zu verschaffen.» Die aktuelle Krise sei für die Industrie eine grosse Herausforderung. «Während die Firmen Mitarbeiter schulen, ihr Produktsortiment, ihre Organisation und ihre Prozesse optimieren, damit sie für den Aufschwung vorbereitet sind, müssen die Verbände verstärkt versuchen, die Rahmenbedingungen für die Industrie zu verbessern.»

Als Beispiel nennt er Ökobilanzen, die das Recycling nicht berücksichtigen: «Das ist für die Beurteilung der gut rezyklierbaren Metalle fatal. Aluminium kann beispielsweise immer wieder rezykliert werden. Es kann sein, dass Ihr Velo früher Teil eines Space-shuttles war.» Neben seiner Tätigkeit in der eigenen Firma gibt er als Gastdozent an der Hochschule Luzern sein Wissen an die Studenten weiter.

Spacewalk

Wenn vieles parallel laufe, sei es manchmal schwierig abzuschalten, sagt der Uetiker. «Dann ziehe ich mich zurück, höre Musik aus meiner Sammlung, die von Klavierkonzerten und Opern über Jazz bis zum Rock-Pop der 60er- und 70er-Jahre reicht.» Seine Sammlung umfasst 700 CDs. Daneben macht Menet selbst Musik: Er nimmt regelmässig Klavierunterricht.

Wenn ihm auch die Musik zu laut wird, packt der Tausendsassa sein Teleskop und stellt es auf einem Feld, im Garten oder auf der Terrasse auf. Damit kann er stundenlang den Himmel beobachten.

Momentan ist es rund um den Planeten Jupiter spannend. «Er geht bei Dämmerung im Osten auf, und man kann ihn die ganze Nacht über als hellen Planeten erkennen.» Auf Jupiters Oberfläche könne man einen roten Fleck beobachten, den Galileo Galilei schon vor 400 Jahren entdeckt hatte. Es handelt sich dabei um einen riesigen Tiefdruckwirbel. Auch Jupiters Monde seien in klaren Nächten als kleine Scheibchen zu erkennen, die ihre Schatten auf die Planetenoberfläche werfen.

Keine Krise

«Einige Menschen schöpfen Kraft in der Meditation oder bei einem Waldspaziergang», sinniert Menet. Für ihn seien es die Musik und die Sterne. «Wenn ich in der Stille der Nacht die Sterne betrachte, dann gibt es keine Krise und keine Pandemie», sagt der 44-Jährige.

Die Probleme würden sich relativieren. «Ich schlendere dann durchs Weltall, es ist im wahrsten Sinne ein‹Spacewalk›», erklärt er. «Dann werden alle Anforderungen, die sich mir stellen, sehr, sehr klein.»

Marcel Menets Lieblingsspielzeug: Ein Teleskop für den Blick auf Sonne, Mond und Sterne.

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