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Waffen-Initiative«Für den Schutz von Waffengewalt». Eidgenössische Abstimmung vom 13. Februar

Waffen-Initiative«Für den Schutz von Waffengewalt». Eidgenössische Abstimmung vom 13. Februar Appell an die Vernunft. Bald wird abgestimmt – und es brodelt wieder einmal! Mit dem gewohnten Mix aus zurechtgebogenen Statistiken und emotionalen Bildern wird nicht informiert, sondern einmal mehr nur Stimmung gemacht. Auf beiden Seiten werden die Zahlen so aufbereitet, dass sie den eigenen Argumenten dienlich sind. Ein Teddybär mit Schussverletzung muss herhalten, um die Frauen zu sensibilisieren. Und die Gegenseite mobilisiert, indem sie vor dem Verlust von Schweizer Werten warnt. Dabei wird hüben wie drüben dafür plädiert, Vernunft walten zu lassen. Ist es unvernünftig, wenn Tausende und Abertausende Waffen aus den Kleiderschränken und Estrichen verschwinden? Ist es unvernünftig, wenn die Waffen zentral registriert werden? Ist es unvernünftig, wenn nur noch Personen, welche einen echten Bedarf ausweisen können, (Schützen, Jäger, Händler, Sammler) Waffen erwerben können? Nicht Parteizugehörigkeit, Ideologie, Einzelinteressen und schon gar nicht verklärte Romantik sollen Pate stehen bei der Beantwortung dieser Fragen; die Vernunft genügt. Pius Renggli, Bauma Frauen vorgeschoben. Damit sie ihr Ziel, nämlich die Abschaffung der Armee, erreichen, setzen die Linken die Frauen als Stimmenfängerinnen ein. Mit nicht aussagekräftigen Studien und falschen Statistiken über häusliche Gewalt und Suizide gaukeln die Initianten insbesondere der weiblichen Stimmbevölkerung vor, dass mit den vorgesehenen «Verschärfungen» die Gewalttaten mit Waffen drastisch reduziert würden und so die Sicherheit erhöht werden könnte. Eine Irreführung. In einer armeelosen Schweiz wären Frauen und Kinder die Ersten, die bei einem ausserordentlichen Ereignis (Abwehr von Gewalttätern bei Naturkatastrophen im eigenen Land) einen leidvollen Stand hätten. Fritz Kilchenmann, Regensberg Aus der Praxis. Während meiner langjährigen Hausarzttätigkeit wurde ich häufig mit Affekthandlungen und noch häufiger mit Drohungen mit Schusswaffen konfrontiert. In diesen Fällen war es immer so, dass die rasche Verfügbarkeit einer Waffe die kritische Situation erst ermöglichte. Wenn ein betrunkener Ehemann mit einer Pistole herumfuchtelt, macht das nicht nur dem gerufenen Arzt, sondern vor allem den Angehörigen ziemlich viel Angst. Wenn eine Pistole im Haus liegt und eine Frau das Haus nicht zu verlassen getraut, weil sie bedroht wird oder der Partner bekundet, Selbstmord zu begehen, so wäre das Problem zwar theoretisch einfach zu lösen. Man kann bereits heute eine Waffe durch die Polizei sicherstellen lassen, doch geht das in der Praxis in einer emotional hochgeladenen Situation eben gerade nicht wegen der Unberechenbarkeit des potenziellen Gewalttäters. Alle Studien und Ländervergleiche belegen, dass tödliche Gewaltdelikte mit der Verfügbarkeit von Schusswaffen zunehmen. Es liegen etwa 2,5 Millionen Schusswaffen in Schweizer Haushalten herum. Ein Blick in die Zeitungen lässt uns fast täglich die Angst und das Grauen in so mancher Wohnung unseres Landes erahnen. Mit einer Annahme der Initiative können wir sofort und nachhaltig viel unnötiges Leid verhindern. Gustav Ott, Domat/Ems Reklamationen erübrigen sich. Es macht fast den Anschein, als ob den Initianten das neue schweizerische Waffenrecht noch gar nicht bewusst ist; seit 1. Januar 2010 sind wesentliche Neuerungen im Umgang mit der Ordonnanzwaffe in Kraft. Wer das Waffenrecht intensiv studiert, merkt rasch, dass heute schon die meisten der von den Initianten reklamierten Punkte geregelt sind. Dazu gehören nebst einer Aufzählung der Waffen gemäss Waffengesetz vor allem die Vorschriften betreffend den Erwerb von Waffen inklusive die Voraussetzungen für Schweizer Bürger und Ausländer. Erwähnt wird auch die Meldepflicht bei Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft, Miete oder Gebrauchsleihe von Waffen sowie die Bewilligungspflicht. Auch sind die verbotenen Waffen aufgeführt. Also viele Regelungspunkte, die die Initiative erübrigen. Heinz Staub, Engelberg Brauchen wir diese Freiheit? Die bürgerlichen Parteien sehen in der Waffenschutzinitiative eine Gefahr für die Schweizer Werte. Da drängt sich mir die Frage auf, ob uns die Schweizer Werte tatsächlich wichtiger sind als die Sicherheit von Frauen, Männer, Kindern? Die Gegner der Initiative werfen der Initiative vor, sie schränke die Freiheit der Schweizer Bürgerinnen und Bürger ein. Aber brauchen wir diese Freiheit wirklich? Es ist doch viel wichtiger, möglichst viele Suizide oder Morde durch Waffen zu verhindern und damit Menschenleben zu retten. Wenn weniger Waffen verfügbar sind, können sie weniger missbraucht werden. Vielen Leuten scheint auch nicht bewusst zu sein, dass die Initiative Menschen, die auf Waffen angewiesen sind (Jäger, Sportschützen, Sammler) nicht betrifft. Ursina Gemperli, Hunzenschwil Lebensqualität durch Schiesssport. Vor zehn Jahren zerstörte ein Verkehrsunfall meine Zukunftspläne. Meine Behinderung verbannte mich aus der Gesellschaft in den Rollstuhl und in die Isolation. Ich musste ganz neu anfangen. Durch das sportliche Schiessen lernte ich Menschen aus allen Schichten und Berufen kennen. Dazu gehören auch viele körperlich Behinderte wie ich. Das Präzisionsschiessen auf Zielscheiben macht bei dieser Sportart nur einen Teil aus. Interessante Berechnungen, unter anderem Gasdrücken, Flugbahnen und Technik, machen den Schiesssport zu einem vielseitigen Hobby, welches einem nicht nur im Schiessstand, sondern auch zu Hause voll ausfüllen kann. Natürlich bedingt die Theorie auch die praktische Anwendung. Für unzählige Mobilitätsbehinderte, welche nur Sportarten im Rollstuhl ausüben können, würde die Annahme der Initiative ein grosser Verlust an Lebensqualität bedeuten. Jürg Zehnder, Zürich Angsthase oder Wichtigtuer. Die Gegner der Initiative werden nicht müde, zu sagen, dass der Mensch töte – und nicht die Waffe. Blödsinn! Wozu werden denn Waffen hergestellt, wenn nicht zum Töten? Dies nämlich ist der ureigenste Zweck von Waffen, seien es Stellmesser, Atombomben, Sprengsätze oder eben Schiessgeräte. Ein Mensch, der nicht töten will, braucht keine Waffe! Ich als Frau würde mich jedenfalls weigern, mit einem Mann in einer Wohnung zusammenzuleben, in der das Sturmgewehr aufbewahrt wird. Wer zudem glaubt, ohne Waffe nicht leben zu können, der ist – mit Verlaub – ein Angsthase oder ein Wichtigtuer oder beides. Erika Götz, Zürich Das Selbstverteidigungs-Verbot. Prüfen Sies nach: Die Macht eines Staates findet sich immer dort, wo die Armeewaffen sind. In unserem Land also bei den Bürgern. Wir wollen keine Obrigkeit, die über die Waffenhoheit verfügt und damit in der Lage wäre, eigene Interessen durchzusetzen. Schweizer sind bereit, ihre Heimat als Mitglieder der Armee notfalls selber gegen Feinde zu verteidigen. Kaum erwähnt, aber grundlegend: Private Waffen dienen, ausser als Sport- oder Jagdgeräte, auch der persönlichen Verteidigung. Für die Abwehr eines Missbrauchs von Waffen zum Angriff gegen Leib und Leben sind sie gar das einzig wirksame Mittel. Ob militärisch oder privat: Die Initiative entwaffnet den standhaften Verteidiger anstatt den gewalttätigen Angreifer. Denn: Wer Missbrauch betreibt, tut dies so oder so rechtswidrig. Jürg Stuber, Ittigen Ein Schuss Fieberzäpfchen. Es war einmal ein Einbrecher – wahrscheinlich ein Ausländer –, der wollte sich an Meiers Habe gütlich tun. Herr Meier ersuchte ihn, einen Moment zu warten, er wolle sich schützen. Er begab sich auf den Estrichboden und fand dort sein Sturmgewehr. Seine Frau suchte unterdessen die Munition, verwechselte diese aber mit Fieberzäpfchen, da sie mit bundesrätlicher Absolution von Waffen ja nichts versteht. Als die Waffe dann doch noch einsatzbereit war, hatte der Einbrecher die Geduld längst verloren und hatte sich zum Nachbarhaus aufgemacht . . . Beruhigend zu wissen, dass wir durch echte Schweizer Werte so nachhaltig geschützt sind. Paul Gut, Fislisbach «Die rascheVerfügbarkeit einer Waffe macht dieSituation erst kritisch.» «Die Initiative entwaffnet den standhaftenVerteidigeranstatt dengewalttätigen Angreifer.»

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