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Vorschriften werden gelockert

Die Berner Jäger können sich freuen: Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) lockert die Jagdvorschriften ab 1.Dezember etwas. Weil wieder ohne Unterbruch von 5 bis 21 Uhr geschossen werden darf, wird die Jagd attraktiver.

«Die Zusammenarbeit mit Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Jagdinspektor Peter Juesy und der Berner Jägerschaft hat sich positiv vertieft», sagt Peter Zenklusen, Präsident des Berner Jägerverbandes. Das war nicht immer so. Als Rickenbacher als Folge einer schwarzen Liste, die negative Vorkommnisse auf der Berner Jagd öffentlich machte, und weil Grossräte Forderungen stellten, vor einem Jahr das Jagdrecht verschärfte, war die Wut der Jäger gross. Der runde Tisch Die Verschärfung der Jagdvorschriften verfehlte ihre Wirkung bei den Jägern offenbar nicht: Das Controlling der Berner Jagd 2008/2009 sowie die Rückmeldungen aus der Jägerschaft haben gemäss Volkswirtschaftsdirektion ergeben, dass sich das neue Jagdrecht grundsätzlich bewährt und insbesondere zur Beruhigung der Berner Jagd beigetragen habe. Resultate des Controllings sowie Gespräche an einem runden Tisch mit der Berner Jägerschaft haben Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher nun dazu bewogen, «eine Feinjustierung der Vorschriften» vorzunehmen. Will heissen: Die Jagdvorschriften werden per 1.Dezember etwas gelockert. «Dieser Entscheid von Regierungsrat Rickenbacher ist sehr positiv und entspricht fast gänzlich unseren Vorschlägen und Anträgen», lobt Jägerpräsident Zenklusen das Handeln des Volkswirtschaftsdirektors. Fakt sei nämlich, dass die Lockerung des Jagdrechts etwa dem entspreche, was die 700 an einer Basisbefragung teilnehmenden Jäger gefordert hätten. Noch ist die Jägerschaft allerdings nicht zufrieden. Gegen die verschärfte Baujagd mit Jagdhunden würden sie auch weiterhin ankämpfen, betont Zenklusen. Die Neuerungen ab 1.Dezember sind: Jeweils ab Mitte November dürfen bei genügender Sicht wieder zwischen 5 und 21 Uhr Schüsse abgegeben werden; die Schusszeiten sind somit ab diesem Zeitpunkt nicht mehr an den Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang gekoppelt. Damit wird es wieder möglich, ohne Unterbruch in den Nachtansitz zu wechseln. Das Verbot der Schussabgabe im Umkreis von 100 Meter von ständig bewohnten Gebäuden bleibt grundsätzlich bestehen. Wenn sich jedoch Wald, eine waldähnliche Bestockung oder eine Sicht behindernde Hecke zwischen dem Gebäude und der jagdberechtigten Person befindet, ist die Schussabgabe neu erlaubt. Zudem soll eine bessere Bekämpfung der vor allem durch die Marder verursachten Schäden ermöglicht werden. Der Jäger kann deshalb neu mit Zustimmung der Bewohner der betroffenen Gebäude im 100-Meter-Umkreis jagen. Diese Regel gilt jedoch nur für die Jagd auf Fuchs, Dachs, Steinmarder, Marderhund oder Waschbär. Zur Unterstützung der Fuchsjagd wird der Hundeeinsatz im Januar zugelassen. Gleichzeitig wird neu eine Gehorsamsprüfung für Jagdhunde obligatorisch. Dank dieser sollte es möglich werden, die Hunde rascher zurückzurufen und so den aus der Hetze entstehenden Stress für das Wild zu reduzieren. Diese Änderungen sollen nicht nur den Anliegen der Jägerschaft Rechnung tragen, sondern auch den Ansprüchen der Weidgerechtigkeit, der Jagdethik und der Tierschutzgesetzgebung genügen. Urs Egli >

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