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Von Werner Reimann, Winterthur

Von Werner Reimann, Winterthur Schon zur Pause lagen die Schweizer Handballer gegen Dänemark, den Europameister von 2008, mit fünf Toren zurück. Und Nationaltrainer Goran Perkovac gab die Partie wohl in diesem Moment bereits verloren, weit bevor er fünf Minuten vor Schluss sechs Feldspieler in den Einsatz schickte, die noch ein Durchschnittsalter von 21 Jahren aufwiesen. Selbst der kroatische Olympiasieger von 1996 konnte unter diesen Umständen nur noch von einem Klassenunterschied sprechen. «Die Schweiz hat eben weniger gute Spieler als wir», erklärte der dänische Erfolgstrainer Ulrik Wilbek die Diffenenz. «Wir haben 20.» Das heisst: Der Mann mit dem rotwangigen Schulbubengesicht konnte aus seinem in Winterthur anwesenden 16-Mann-Kader einsetzen, wen er wollte, das Tempo blieb horrend hoch. Das zwang auch Perkovac auf der Gegenseite zu mehr Wechseln, als ihm lieb war. Die Spieler hätten ihre Auswechslung teilweise selber bei ihm verlangt, weil sie vom dänischen Tempo überfordert gewesen seien, ergänzte der Schweizer Nationaltrainer. Und machte dafür die einheimische Liga verantwortlich, deren Niveau einfach zu wenig hoch sei. «Die jungen Spieler müssen im Ausland ihren Rhythmus finden» forderte er deshalb einmal mehr. Bisher verdienen nur zwei Schweizer ihr Geld im Ausland, Andy Schmid und Manuel Liniger. Die beiden erwiesen sich wie schon am Mittwoch beim Auftakt zur EM-Qualifikation in Russland als die besten Torschützen ihres Teams, auch wenn Liniger nach 45 Minuten verletzt ausschied. Zwei weitere Debüts Auf die Talente setzt Perkovac mehr und mehr, seine Debütanten werden jünger und jünger. In Winterthur brachte er schon nach acht Minuten den 18-jährigen Nicolas Raemy erstmals auf rechts aussen und später im rechten Rückraum. Der Krienser warf vier Minuten später sein erstes von drei Toren. In der 55. Minute kam auch der gleichaltrige Zürcher Luca Spengler zu seinem ersten Länderspiel und steuerte gleich im ersten Angriff ebenfalls einen Treffer zu nur 25 Schweizer Toren bei. Dass die beiden Torhüter insgesamt nur sieben Bälle abwehrten, machte die Sache auch nicht besser. Trotz dieser klaren Niederlage, die weit höher ausfiel als die beiden Direktbegegnungen dieser beiden Teams im Sommer im Rahmen des WM-Playoffs, blieb Goran Perkovac optimistisch bezüglich der EM-Qualifikation. Nicht nur nach seinem Kalkül müssen die Schweizer dafür im März zweimal Weissrussland schlagen und dann im Juni daheim Russland höher bezwingen, als sie am letzten Mittwoch auswärts verloren (34:36). Das könnte für den zweiten Platz und damit für die Teilnahme an der Endrunde 2012 in Serbien reichen. Schweiz - Dänemark 25:36 (14:19) Eulachhalle Winterthur. – 2200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Raluy/Sabroso (Sp). - Torfolge: 0:1, 1:2, 3:2, 5:4, 5:6, 8:8 (17.), 8:11, 10:12, 10:16, 14:19; 17:22, 17:24, 19:24, 20:25, 20:30, 22:31, 22:33, 24:34, 24:36, 25:36. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 3-mal 2 Minuten gegen Dänemark. Schweiz: Stauber/Quadrelli (18.-37.); Schmid (6), Goepfert, Kurth (3/1), Liniger (4), Ursic (3), Spengler (1), Graubner, Milosevic (2), Raemy (3/1), Svajlen (2), Parolo, Bächtold (1). Dänemark: Landin/Green (ab 42.); Mads Christiansen (2), Boesen (5), Oechsler (1), Lars Christiansen (2), Olsen, Eggert (5/1), Spellerberg (2), Nöddesbö (4), Lasse Svan Hansen (5), Lindberg, René Toft Hansen (3), Mikkel Hansen (5), Nielsen, Irming (2). Bemerkungen: Schweiz ohne Fellmann, Vukelic (beide verletzt), Bucher, Bringolf, Hess (nicht im Aufgebot), Scheuner und Schelbert (nicht eingesetzt). Dänemark ohne Michael Knudsen, Markussen, Mogensen, Möllgaard und Rasmussen (alle verletzt). Liniger verschiesst Penalty (24./10:13). Kurth scheitert mit Penalty an Landin (34./16:21). - 45. Liniger verletzt ausgeschieden (Fuss). EM-Qualifikation 2012. Gruppe 7. 2. Runde: Schweiz - Dänemark 25:36 (14:19). Weissrussland - Russland 32:39.Rangliste (je 2 Spiele): 1. Dänemark 4 (+19). 2. Russland 4 (+9). 3. Schweiz 0 (–13). 4. Weissrussland 0 (–15). – Modus: Die zwei Erstklassierten für die Endrunde in Serbien qualifiziert.

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