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Von Michael Weber

Die Gleisarbeiter leisteten am Wochenende Massarbeit – an einer 17 Meter langen Eisenbahnbrücke.

Von Michael Weber Fast geräuschlos nähert sich der riesige gelbe Gleiskran der Baustelle. Er trägt eine 17 Meter lange Eisenbahnbrücke. Eine Handvoll Arbeiter steht auf dem Damm, auf dem die Eisenbahngleise mitten durch Jestetten verlaufen. Zwischendrin klafft ein grosses Loch. «Hier stand bis vor wenigen Stunden die alte Eisenbahnbrücke, die über die Neunkircherstrasse führte», sagt Christian Furrer von der Gesamtleitung des Umbauprojekts. «Sie ist jetzt Alteisen.» Nicht nur diese Brücke muss dem Grossprojekt «Anschluss der Schweiz ans europäische Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz» weichen. Allein in Jestetten bauen die SBB zurzeit an 16 Orten. Ziel ist, die Strecke von Bülach nach Schaffhausen auf Doppelspur auszubauen. «Wir verbreitern in Jestetten den künstlichen Damm, auf dem die Bahnschienen verlaufen, zwischen Jestetten Süd und dem nordöstlich gelegenen Fischerhölzlitunnel fürs zweite Gleis», sagt Christian Furrer weiter. Ende 2013 soll dann der Halbstundentakt zwischen Zürich und Stuttgart möglich sein. Massarbeit in der Höhe Unterdessen ist der Gleiskran am Ende der noch existierenden Strecke angelangt. Die 35 Tonnen schwere Brücke senkt sich. Und binnen weniger Sekunden sitzt sie auch schon auf den beiden Metallfundamenten am Rand der ehemaligen Unterführung. Wie auf Kommando klettern auf beiden Seiten des Damms rund zwei Dutzend Arbeiter hoch. Ohne Scheu laufen sie auf der eben installierten Brücke herum – messen aus, ob alles passt. Und tatsächlich – die Brücke muss nicht nochmals angehoben werden. Die Arbeiter beginnen sie zu befestigen. «Um solche Veränderungen durchführen zu können, war es unumgänglich, die Eisenbahnstrecke zwischen Rafz und Schaffhausen fürs ganze Wochenende zu sperren», sagt Furrer. Ein Grossaufgebot von rund 130 Arbeitern soll dafür sorgen, dass die Strecke bis Montag früh um fünf Uhr wieder normal befahrbar ist. «Können wir diesen Fahrplan nicht einhalten, wären – wie auch während der Vollsperrung – Ersatzbusse organisiert.»An der Baustelle, die gleich neben dem SBB-Bahnhof Jestetten liegt, fährt ein solcher Ersatzbus vorbei. Die beiden einzigen Passagiere scheinen sich aber nicht für das rege Treiben zu interessieren. Die mit Schutzwesten und Helmen bekleideten Bauarbeiter legen sich hingegen mächtig ins Zeug. Sie schaufeln, baggern und schrauben. Dass die eben montierte Eisenbahnbrücke nur ein Provisorium ist, das Mitte Oktober dem definitiven Neubau weichen muss, scheint sie nicht zu stören.Der gelbe Gleiskran entfernt sich unterdessen wieder beinahe lautlos von der Baustelle. Für ihn ist die Arbeit aber noch nicht getan: «Rund 300 Meter weiter westlich muss heute noch eine weitere, 22 Meter lange Brücke eingebaut werden.»

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