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Von gewalttätigen Maschinen und Horoskopen im Labor

23 Kinder besuchten gestern am «Nationalen Zukunftstag» die ZHAW. In Workshops erhielten sie Einblick in nicht alltägliche Studiengänge.

Von Nicole Trossmann Wädenswil – Am «Nationalen Zukunftstag» hatten Kinder die Gelegenheit, nebst dem Arbeitsort der Eltern auch die beiden Studienrichtungen Facility Management und Sensorik kennen zu lernen. «Wir wollen Geschlechterklischees durchbrechen», sagt Birgit Camenisch, Leiterin Kommunikation der ZHAW. «Gerade der Bereich Facility Management ist eine Männerdomäne.» Die 23 Kinder lernten am Beispiel eines Spitals, was Facility Management beinhaltet. Die ZHAW-Mitarbeiter zeigten, wie verschiedene Hölzer auf Wasser reagieren, welche Bedeutung Reinigungssymbole für die Waschgänge haben, wie Farben auf die Stimmung einwirken oder wie man Servietten adrett faltet. In der Sensorik hingegen waren die fünf Sinne gefragt. Die Kinder ertasteten dabei etwa Zwiebeln, Watte oder Baumnüsse, sie errieten Düfte wie Caramel, Haselnuss, Apfel und testeten Joghurt. Aufregende Chemikalien Vanessa Bucher (10) aus Richterswil war wegen ihrer Gotte an der ZHAW. Spannend fand sie, wie Spitalwäsche gereinigt wird. «Die dreckige Wäsche wird in der Fabrik in einer grossen Maschine gewaschen. Danach wird sie nach Farben sortiert, gefaltet und zurück in das Spital gebracht.» Leonie Widmer (11) aus Wädenswil wollte am Zukunftstag unbedingt an die ZHAW kommen – und nicht etwa den Vater im Büro besuchen: «Bei Papi gibt es nur Tische, Stühle, Computer und eine grosse Kaffeemaschine – zu langweilig.» Bei der Mutter hingegen entdecke sie aufregende Chemikalien, sagt Leonie Widmer, die gerne Meeresbiologin würde. Sie lernte im Workshop Facility Management die Wirkung von Farben kennen: Rot wirke warm wie der Sommer, Blau kalt wie der Winter. Leonie hätte trotzdem gern ein blaues Zimmer – denn die Farbe erinnert sie an das Meer. Jessica Soland (12) aus Horgen fand schon den letztjährigen Zukunftstag der ZHAW «cool». Ihr Bruder Jason (14) wollte erfahren, was seine Mutter im Alltag so macht. «Sie schaut, dass Verträge funktionieren.» Ihn begeisterte die Joghurt-Degustation, bei der es darum ging, Erdbeer- von Himbeerjoghurt zu unterscheiden. Die «abgeschirmten Kabinen» fand der Schüler toll: «Dort drin hatte ich meine Ruhe.» Bei allen Kindern fand das Labor grossen Anklang. Jennet Lisica (13) aus Lachen beeindruckten die «gewalttätigen Maschinen», die tonnenweise Früchte verarbeiteten. Die Tochter einer ZHAW-Laborantin sagt fachmännisch: «Für so viele Früchte reicht eine Orangenpresse natürlich nicht.» Stephanie Bamert (14) aus St. Gallen faszinierten hingegen die Geräte. «Vor allem das Horoskop – oder heisst es Mikroskop?» Für Zukunft wegweisend Cornelia Soland, die Mutter von Jason und Jessica, ist an der ZHAW zuständig für den internationalen Austausch der Studenten. Ihr war wichtig, dass ihre Kinder nicht alltägliche Berufe erlebten. So erkennen sie, dass in einem Spital nicht nur Ärzte arbeiten – sondern auch Putzfrauen oder Gastronomen. «Der Blick hinter die Kulissen erweitert ihren Horizont.» Für Leonies Mutter Monica Widmer, die für das Labor Verbrauchsmaterial und Chemikalien einkauft, war klar, am Zukunftstag mitzutun: «Einen Einblick in andere Arbeitsbereiche zu erhaschen, kann für die Berufswahl eines Kindes wegweisend sein.» Leonie wollte denn auch sofort dabei sein. «Weil sie sich für Neues interessiert», sagt sie, «aber auch, weil sie an diesem Tag nicht zur Schule muss.» Jessica Soland aus Horgen (zweite von links) degustiert am Zukunftstag der ZHAW Erdbeer- und Himbeerjoghurt.Foto: Patrick Gutenberg

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