Zum Hauptinhalt springen

Von Etienne Wuillemin

Leader Kloten verlor in Davos zum dritten Mal in Serie. Der Nationalspieler wartet nach 21 Partien noch auf seinen ersten Treffer.

Von Etienne Wuillemin Anders Eldebrink steuerte ziemlich direkt auf die Schiedsrichterkabine zu. Der Klotener Trainer stattete Didier Massy kurz nach Spielschluss einen längeren Besuch ab. Eldebrink war weit davon entfernt, Massy die Schuld für das 2:3 nach Penaltyschiessen gegen den HCD zu geben. Aber etwas wollte der besonnene Schwede trotzdem loswerden: «Die Davoser wollten im letzten Drittel mit ihren Provokationen dafür sorgen, dass Tommi Santala unter die Dusche geschickt wird. Das ist unfair.» Das Vorhaben wäre den Bündnern beinahe gelungen. Auslöser war ein Zweikampf zwischen Beat Forster und Santala. Die daraus resultierende Strafe gegen den Finnen ermöglichte dem HCD den Ausgleich. Und Santala war anschliessend einem Ausraster mehrmals nahe. Dass die Flyers zum dritten Mal in Serie verloren, beunruhigte Eldebrink nicht. «Penaltyschiessen sind immer eine Lotterie. Das ist für mich keine Niederlage.» Schliesslich sagte er gar: «Wir haben einen Punkt gestohlen.» Er wies darauf hin, dass die Voraussetzungen für einen zweiten Klotener Sieg in Davos schlecht gewesen waren. Neben den schon länger abwesenden Marcel Jenni, Steve Kellenberger und Victor Stancescu mussten die Klotener neu auf Benjamin Winkler und Kimmo Rintanen verzichten. Dabei blendete Eldebrink aber aus, dass der HCD gar auf acht Spieler verzichten musste. Wie lange Rintanen wegen seiner immer wiederkehrenden Rückenprobleme ausfällt, zeigt sich nach dem heutigen Training. Die Flyers wollen angesichts der komfortablen Tabellenlage und der nahenden Länderspielpause nichts überstürzen. Penalty als verpasste Chance Wenn in Kloten derart viele Teamstützen fehlen, dann müssen andere mehr Verantwortung übernehmen. Das würde insbesondere für Romano Lemm gelten. Doch der 26-Jährige ist im Moment nicht in der Lage dazu. Nach 21 Spielen wartet Lemm noch immer auf sein erstes Saisontor. Am Samstag hatte er zum Schluss im Penaltyschiessen die Möglichkeit, sein Selbstvertrauen zu stärken. Auch das gelang nicht. Lemms Glück ist der gute Saisonstart seines Teams. «An der Tabellenspitze ist die Krise eines Einzelnen weniger schlimm als am Strich», sagt er. Trotzdem gibt Lemm offen zu: «Mittlerweile belastet mich mein Torflaute schon sehr. Das ist mir in meiner Karriere noch nie passiert.» Der Versuch, während der Einsätze nicht daran zu denken, werde je länger, desto schwieriger. Im März fünf Tore gegen Bern Dieses Denken wirkt sich unmittelbar auf die Aktionen auf dem Eis aus. Sobald sich ihm eine Chance biete, komme der Stress, sagt Lemm. «Ich stehe vor dem Tor und sage mir: Ich muss hoch schiessen!» Gleichzeitig mache er sich aber auch Gedanken über die Position des Torhüters und die Folgen daraus. «Solche Überlegungen sind einem Torerfolg nicht förderlich.» Was dabei herauskommt, ist eine Mischung aus fehlendem Abschlussglück und Unvermögen. Und nach jeder vergebenen Chance kommt der Gedanke: «Jetzt muss doch endlich einer rein.» Wie es geht, zeigte Lemm im letzten Playoff-Viertelfinal, als er für Lugano in einem einzigen Spiel gegen den SCB fünf Tore erzielte. «Da ging alles von alleine. Ich folgte nur meinem Instinkt.» Dieser Instinkt ist in Kloten bis anhin verloren- gegangen. Unterstützung erhält Lemm von Trainer Eldebrink. Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger lobt Lemm lieber für seine Defensivarbeit, als ihn zu kritisieren. Um dann lachend anzufügen: «Auch bei mir wollten die Pucks früher manchmal über Wochen nicht ins Tor . . .» «Mittlerweile belastet mich meine Torflaute schon sehr. Das ist mir in meiner Karriere noch nie passiert.» Romano Lemm

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch