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Von Bettina Ledergerber

Theodor Bollinger hat gekündigt. Der Stadtrat bestreitet, dass der Abgang mit dem Pflegeheim-Skandal zu tun habe.

Von Bettina Ledergerber Adliswil – Der Skandal um mögliche Misshandlungen und Führungsfehler in zwei Adliswiler Pflegeinstitutionen spitzt sich zu. Gestern Vormittag um 11 Uhr hat die Stadt die Bewohner des Altersheims an der Badstrasse über die Vorfälle informiert. Die Verantwortlichen haben noch einmal ihre Betroffenheit geäussert und versprochen, die Vorfälle, die ehemalige und aktuelle Angestellte gegenüber den Medien geäussert haben, lückenlos aufzuklären. An der gleichen Informationsveranstaltung wurde aber auch bekannt, dass Theodor Bollinger gekündigt hat. Bollinger ist für das Heim an der Badstrasse sowie auch die Pflegewohngruppe Wolfhaus und alle anderen Adliswiler Alterseinrichtungen zuständig. Die zuständige Stadträtin Susy Senn (FDP) will sich zu den Gründen der Kündigung nicht äussern – wegen des Persönlichkeitsschutzes. Sie hätten aber nichts mit dem Wirbel zu tun. Sie sagt, Bollinger habe bereits gekündigt, bevor die Misshandlungsvorwürfe letzte Woche in den Medien aufgetaucht seien. Bollinger amtet erst seit eineinhalb Jahren in seiner Funktion. Vorher war er als Leiter für Altersfragen ebenfalls bei der Stadt Adliswil angestellt. «Mit Kündigungen muss man immer rechnen», sagt Senn. Trotzdem habe sie der Abgang eher überrascht. Bollinger habe zugesichert, seine Funktion ordentlich bis zum offiziellen Ende des Arbeitsverhältnisses vom 31. März 2011 auszuführen. Dafür sei Senn ihm dankbar. Theodor Bollinger ist erst nächste Woche wieder erreichbar. Letzte Woche beschrieb ihn jene Pflegemitarbeiterin, welche die Vorwürfe in die Medien brachte, als «die einzige vertrauenswürdige Person» des Altersheims. Sechs Pflegepersonen haben sich wegen der Vorfälle krankschreiben lassen. Zwei von ihnen haben ihre Arbeit aber wieder aufgenommen. Durch die Ausfälle kommt es auf den Stationen laut Senn zu Mehrbelastungen. Einige Angestellte müssten Zusatzschichten schieben. «Es ist eine grosse Unruhe entstanden in den Abteilungen», sagt Senn. «Wir versuchen alle Ängste, alle Anliegen von unseren Bewohnern und Angestellten ernst zu nehmen.» Für die Angehörigen hat die Stadt eine Hotline eingerichtet. Bis gestern meldeten sich eine Handvoll Personen. Schläge und Verbalattacken Der Fernsehsender TeleZüri hat letzte Woche die mutmasslichen Misshandlungen im Adliswiler Altersheim aufgedeckt. Sechs Pflegemitarbeitende berichteten von massiven Blutergüssen im Intimbereich einer Patientin, von Verbalattacken gegenüber einer zweiten Bewohnerin und von einem Schlag auf den Kopf mit einem gefüllten Kehrichtsack gegen einen dritten Patienten. Gespräche mit den Vorgesetzten hätten nichts genützt. Die Pflegedienstleitung solle den Vorfall sogar vertuscht haben. Nur einen Tag später weitete sich der Skandal aus. Diesmal ging es um das Wohnheim Wolfhaus, ebenfalls eine städtische Enrichtung. Dort sollen laut zwei ehemaligen Angestellten Schmerzmittel falsch verabreicht worden sein.

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