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Von Annette Saloma-Huber

Von Annette Saloma-Huber Hinwil – Eine atemberaubende Aussicht auf den Tödi, ein naher Gletscher und fantastische Wandermöglichkeiten: Die Claridenhütte ist der ganze Stolz der SAC-Sektion Bachtel. «Um die Lage unserer Hütte werden wir von anderen Sektionen oft beneidet», sagt Präsident Urs Schulthess. Um die Hütte selbst hingegen weniger. Diese genüge den immer höheren Ansprüchen eines Grossteils der Wanderer nämlich nicht mehr. Keine Dusche, lediglich eine Holzheizung, Massenschläge, 72 schmale Schlafplätze, im Winter kein fliessendes Wasser und ein Plumpsklo – dies entspricht bei weitem nicht dem Standard, den heutzutage viele erwarten. Deshalb soll die Claridenhütte für rund 1,6 Millionen Franken um- und ausgebaut werden. Geplant sind unter anderem Zweier-, Vierer- und Sechserzimmer, eine grössere und modernere Küche, eine Dusche, ein Anbau und ein frostsicherer Wassertank. Dieser soll für fliessendes Wasser das ganze Jahr hindurch sorgen. Hüttenchef Hermann Inglin erklärt den hohen Investitionsbetrag mit den besonderen Umständen: «Es gibt keine Zufahrtsstrasse zur Hütte, alles muss mit dem Helikopter hochgeflogen werden.» Seit rund vier Jahren spart die Sektion Bachtel bereits für den Umbau. Noch fehlen aber happige 840 000 Franken. Hauptbetrag durch Spenden Die Axpo hat bereits 120 000 Franken zugesagt. Dieses Geld soll für Massnahmen eingesetzt werden, um den CO2-Ausstoss zu verringern. Unter anderem sollen die heutigen zwölf Helikopterflüge pro Jahr reduziert werden. Möglich wäre dies beispielsweise mit dem Kauf einer Waschmaschine. Heute wird die Wäsche nämlich zum Waschen ins Tal geflogen. Zudem zahlt der Zentralverband des SAC 20 Prozent an die Baukosten, falls das Projekt alle Hürden nimmt. Den Restbetrag hofft man durch Spenden abzudecken. Bis Ende Juli 2011 muss die Finanzierung gesichert sein. «Angst, dass wir es nicht schaffen, habe ich nicht, aber Bedenken», meint Urs Schulthess. Dieses Jahr brachten zwei andere Sektionen das Geld für Hüttenrenovationen nicht zusammen und mussten ihre Projekte zurückstellen. Dies spornt die Mitglieder des SAC Bachtel noch mehr an, einen besonderen Effort zu leisten. Hermann Inglin und Urs Schulthess sprechen immer wieder bei Mitgliedern, Firmen und Privatpersonen vor. Doch die Finanzkrise ist spürbar; niemandem sitzt das Geld locker in der Tasche. Sollte es ihnen gelingen, dass der gesamte Betrag gesammelt wird, ist das weitere Vorgehen laut Schulthess weitgehend Formsache: Absegnung des definitiven Projekts durch die Sektion und den Zentralverband, Suche nach einer Baufirma und einer Zimmerei. Der Baubeginn wäre auf Frühling 2012 geplant. Doch Bauen auf dieser Höhe ist nicht immer planbar. «Wir sind sehr wetterabhängig. Stimmt das Klima nicht, können wir auch nicht fliegen», gibt Hüttenchef Hermann Inglin zu bedenken. Geht alles gut, ist die Hütte im Herbst 2012 fertig umgebaut. Vom Um- und Erweiterungsbau erhofft man sich rund 3000 Übernachtungen pro Jahr, was eine Steigerung um fünfzig Prozent bedeutet. Der SAC Bachtel wünscht sich, dass in Zukunft noch viel mehr Wanderer das atemberaubende Bergpanorama und die Aussicht auf den Tödi geniessen können. Verweis wegen Alkoholverkauf Die Claridenhütte bedeutet den beiden weissbärtigen Männern viel. «Dort oben fühle ich mich zu Hause», sagt Schult-hess. Bis zu zehnmal pro Jahr übernachten die beiden auf dem Altenorenstock. Da erfährt man auch einige Geschichten von früher. «Weil der Alkoholkonsum in den SAC-Hütten ausartete, verbot der Zentralverband für eine Weile den Ausschank», erzählt der zweifache Grossvater Schulthess lachend. «Und weil sich die SAC-Sektion Bachtel in der Claridenhütte nicht daran hielt, erhielt sie in den 1920er-Jahren als einzige einen schriftlichen Verweis.» Wandern ist seine und des Pfäffiker Gemeindewerkmitarbeiters Hermann Inglin grosse Leidenschaft. Und die der rund 3200 Mitglieder der Sektion Bachtel. Deshalb liegt ihnen der Ausbau der Hütte auch so am Herzen.

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