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Von Alexandra Falcón

Einst kämpften Briefmarkensammler für vollständige Alben. Eine Ausstellung in Zollikon zeigt, dass ihr Hobby heute individueller geworden ist.

Von Alexandra Falcón Zollikon – Briefmarken sammeln hat sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Vielen Sammlern geht es heute nicht mehr um Vollständigkeit. Sie sammeln Themen. Dies zeigte sich an der Briefmarken- und Ansichtskartenbörse des Philatelievereins Bezirk Meilen. Das Studium der Briefmarken eines Landes über die Jahrzehnte ist wie eine Art Geschichtsunterricht im buchstäblich kleinen Rahmen. Was die Menschen im Laufe der Zeit bewegte, findet sich in den Sujets der Marken. Den Motiven sind keine Grenzen gesetzt. Begehrte fehlerhafte Marken Im Foyer des Gemeindesaals herrschte das für die Börse typische geschäftige Treiben. Während manche einfach nur neugierig in den Aberhunderten Umschlägen stöberten, wühlten sich eingefleischte Sammler begeistert durch ein kleines Eldorado. Bewaffnet mit Lupe und einer geeigneten Lichtquelle, sichteten sie den Fundus der Anbieter. Weitaus ruhiger ging es in der angegliederten Ausstellung im Gemeindesaal zu und her. Die Exponate der Aussteller liessen einen schon mal vor Ehrfurcht verstummen. Fast schon unheimlich mutet heute Zensurpost aus Zeiten an, als Persönliches noch von Drittpersonen unter die Lupe genommen wurde, bevor es den eigentlichen Adressaten erreichte. Besonders begehrt und entsprechend teuer sind fehlerhafte Marken, von denen nur verhältnismässig wenige im Umlauf sind. Allerdings ist längst nicht jeder auch noch so entscheidende Makel auf Anhieb ersichtlich. «Da suchen wir auch oft mit der Lupe», sagte Markus Sprenger vom Philatelieverein Bezirk Meilen. Andere Exponate sind offensichtlicher schräg oder unscharf. Individualität pflegen Doch nicht alle Marken sind von hohem materiellem Wert. Ein Sammler tat in einer eindrücklichen Kollektion seine Begeisterung für Schmetterlinge kund. Von der Befruchtung über Raupe und Verpuppung bis hin zum wunderschönen Falter führte er den Betrachter über fünf Kontinente in die Welt dieser Insekten. Gerade diese Schmetterlingskollektion ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich das Briefmarkensammeln in den letzten Jahrzehnten verändert hat. «Das ist es, was wir jungen Sammlern ans Herz legen», sagte Heinrich Dimmler, Präsident des Philatelievereins Bezirk Meilen. «Sie sollen anhand eines Themas, das sie interessiert, sammeln.» Früher sei man ja dazu «verknurrt» gewesen, nach dem Katalog zu sammeln. «Dann haben auch alle dasselbe gesammelt.» Heute ist die Philatelie nicht nur bei den Jungen sehr viel individueller geworden.

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