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Volksschule Schulleiter muss kein Lehrer sein, TA vom 15. November

Volksschule Schulleiter muss kein Lehrer sein, TA vom 15. November Schulen brauchen keine Manager. Der Kantonsrat stimmte einer Änderung im Personalrecht für Lehrerinnen und Lehrer zu, die den einzelnen Schulen Spielraum für unbürokratische Lösungen zur Entlastung verschaffen soll. Ich begrüsse dabei die Kantonalisierung aller Lehrkräfte, befürworte auch den Entscheid, dass weniger Lehrkräfte pro Klasse zugelassen sind (Mindestpensen) und kann sogar mit der Einführung einer Probezeit leben. Zwei Änderungen stossen mir aber sauer auf und werden für unsere Schule einschneidende Veränderungen zur Folge haben: Erstens wird neu die Schulleitung von ihrer Unterrichtsverpflichtung befreit und muss nicht mehr über eine Lehrerausbildung verfügen. Aus meiner Sicht muss eine Schulleiterin oder ein Schulleiter aber zwingend über ein Lehrdiplom und eigene Erfahrung vor einer Klasse verfügen. Ohne eigene Unterrichtserfahrung und ohne pädagogische Grundkenntnisse ist eine qualifizierte Mitarbeiterbeurteilung unmöglich. Eine Schulleitung soll zudem pädagogischen Vorbildcharakter haben. Die Führung einer Schule ist nicht mit den Regeln der Privatwirtschaft zu vergleichen. Die Schulen brauchen keine Manager. Zweitens sollen Schulpflegen Personen ohne Lehrdiplom anstellen dürfen. Diese Gesetzesänderung wird das Berufsbild der Lehrperson abwerten und erheblichen Imageschaden verursachen. Die Schulqualität wird dadurch infrage gestellt, und es wird ein falsches Signal gesetzt. Diese Massnahme führt zweifellos zu «Zweitklass-Lehrpersonen», die ohne professionelles Fundament vor der Klasse und auch gegenüber Eltern auftreten müssen. Die ausgebildeten Lehrkräfte werden in erheblichem Masse zusätzlich belastet, indem sie diese «Zweitklass-Lehrpersonen» unterstützen müssen. Das führt unweigerlich zu weiteren Abgängen von ausgebildeten Lehrkräften. Um den Lehrerberuf attraktiver zu machen, müssen endlich die zentralen Entlastungsmassnahmen, nämlich die Reduktion der Unterrichtsverpflichtung sowie die Verkleinerung der Klassengrössen, umgesetzt werden. Und auch die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern muss grundlegend hinterfragt und angepasst werden. Kaspar Vogel, Winterthur Vizepräsident der Sek ZH

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