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Voléro bastelt am Nationalteam

Der Meister hat Laura Sirucek und Inès Granvorka verpflichtet. Trotzdem werden die Zürcherinnen wie vor einem Jahr mit vier Nationalspielerinnen in die neue Saison starten, weil ein Duo den Verein verlässt.

Von Kai Müller Sie bleiben länger als erwartet. Laura Sirucek und Inès Granvorka trainieren seit Anfang Juni mit der Schweizer Nationalmannschaft in Zürich. Die beiden 20-Jährigen sind Teil des Voléro-Projekts, das im Hinblick auf die EM 2013, die in der Schweiz und in Deutschland stattfinden wird, den Aufbau eines schlagkräftigen Schweizer Teams zum Ziel hat (TA vom 4. Juni). Deshalb sind alle Nationalspielerinnen bis zum Grossanlass in den drei Sommermonaten jeweils von Voléro angestellt und wohnen in Zürich. Wenn der erste Zyklus am 22. August endet, werden Sirucek und Granvorka jedoch nicht zu ihren bisherigen NLA-Vereinen Aesch-Pfeffingen und Cheseaux zurückkehren, sondern gleich in der Limmatstadt bleiben. Voléro hat die beiden für die nächsten drei Jahre mit einem Profivertrag ausgestattet. «Wir sind überzeugt, dass wir mit Granvorka und Sirucek zwei der wichtigsten Akteurinnen im aktuellen Nationalteam unter Vertrag nehmen konnten», sagt Stav Jacobi, Präsident der Voléro AG und Direktor des Nationalteams. EM 2013 als Motiv für Wechsel Mit Aussenangreiferin Sirucek ist der Zürcher Club seit rund drei Jahren in Kontakt. «Sie spielte in unseren Planungen schon lange eine Rolle. Wir sind froh, dass es nun geklappt hat», sagt Teammanagerin Erika Herzig. Nach dem strategischen Entscheid von Swiss Volley, sich für die Austragung der EM 2013 zu bewerben, hat sich die langjährige NLA-Spielerin entschieden, zum Schweizer Meister zu wechseln. Die optimalen Voraussetzungen hat sie bereits geschaffen: Sirucek wird ihr Studium ab dem nächsten Semester in Zürich statt in Basel fortsetzen und hat den Stundenplan so zusammengestellt, dass er sich mit dem sportlichen Engagement vereinbaren lässt. «Ich kann mich als Volleyballerin nur in einem professionellen Umfeld weiterentwickeln», sagt die Solothurnerin, die sich der grossen Konkurrenz bei den Zürcherinnen bewusst ist: «Ich werde mich hier zuerst durchsetzen müssen, um ein europäisches Level erreichen zu können.» Auch Inès Granvorka hatte die EM in drei Jahren vor Augen, als sie sich zum Wechsel entschloss. Die 180 cm grosse Aussenangreiferin war bei der EM-Vor-qualifikation im Mai eine tragende Figur im Schweizer Team. Jacobi traut beiden zu, künftig eine zentrale Rolle in der Auswahl einzunehmen. Voléro soll ihnen den Rahmen dafür bieten: «Unsere Aufgabe ist es nun, die beiden Spielerinnen durch gezielte Förderung innerhalb der nächsten drei Jahre zu Leistungsträgerinnen zu formen.» Jenny und Caluori gehen Einen anderen Weg wählt Nadine Jenny. Die Nationalspielerin wurde im gegenseitigen Einverständnis aus dem laufenden Vertrag entlassen. Die 20-Jährige tritt nach den Sommerferien ihr letztes Schuljahr an und sieht sich wegen der zusätzlichen Belastung durch die Matura nicht in der Lage, das intensive Programm der Zürcherinnen mit NLA und Champions League zu bewältigen. Deshalb spielt die Aargauerin in der kommenden Saison beim Konkurrenten Aesch-Pfeffingen. Jacobi bedauert den Abgang, zeigt aber Verständnis: «Es ist klar, dass Jenny den Schwerpunkt auf die Ausbildung legen muss. Ich hoffe, dass sie danach ihren Weg in den Profisport finden wird, um das Nationalteam 2013 zu unterstützen.» Als Ersatz für die Libera-Position rückt – zusammen mit einer Ausländerin – Alessia Fiumedinisi nach, die bisher im erweiterten Kader war. Der angebotene Profivertrag veranlasste sie dazu, ihr Studium vorübergehend zu unterbrechen. Sie komplettiert den Block der Nationalspielerinnen, der nun aus Sirucek, Granvorka, Fiumedinisi und Mandy Wigger besteht. Weil neben Jenny auch Livia Caluori die Zürcherinnen verlässt, wird Voléro wie vor einem Jahr mit vier Nationalspielerinnen in die neue Saison starten. Die Mittelblockerin hat beim letztjährigen NLA-Zweiten Köniz unterschrieben, um im Hinblick auf die EM 2013 mehr Spielpraxis zu bekommen. Die Kaderplanungen bei Voléro sind damit fast abgeschlossen. Derzeit laufen noch Gespräche mit potenziellen Verstärkungen aus dem Ausland. Jacobi verspricht aber ein baldiges Ende der Transferaktivitäten: «Mitte August werden alle Verhandlungen abgeschlossen sein.» Am All-Star-Game spielten sie zusammen, nun tauschen sie die Vereine: Laura Sirucek (links) und Nadine Jenny. Foto: EQ Images

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