Zum Hauptinhalt springen

Vier Jahre Gefängnis für Koks-Schmuggler

Ein Brasilianer und zwei Schweizer haben Körbe importiert, die aus Kokain gefertigt waren. Der Haupttäter muss hinter Gitter.

Von Frank Speidel Meilen – Der Plan war raffiniert: Die Schmuggler liessen aus mit Kokain getränktem Zeitungspapier Körbe flechten. Per Post schickten sie dann die Souvenirs von Brasilien in die Schweiz. Doch die Mühe lohnte sich nicht: Am Flughafen Zürich wurden die Körbe genauer unter die Lupe genommen. Zwei Kilo reines Kokain konnten Polizeibeamte aus dem Material extrahieren. Hinter dem Schmuggel steckten laut Staatsanwaltschaft ein Brasilianer und zwei Schweizer – der eine wohnt im Kanton Luzern, der andere im Bezirk Meilen. Nebst den beiden beschlagnahmten Korblieferungen haben die Männer zwei weitere Pakete in die Schweiz geschickt. Von der Idee der Koks-Körbe angetan, hat der Privatchauffeur aus dem Bezirk Meilen die Chemikalien zum Extrahieren des Kokains – mehrere Liter Salzsäure und Ammoniakgeist – in einer Thalwiler Drogerie gekauft. Die Stoffe kann jedermann erwerben, wobei ein Giftschein ausgefüllt werden muss. Zu einem späteren Zeitpunkt habe der Chauffeur auch Adressen für die Lieferung von Paketen besorgt. Der Lohn: 50 Gramm Kokain pro eingetroffenes Paket für den Süchtigen. Ende Oktober mussten sich die drei deswegen vor dem Meilemer Bezirksgericht verantworten. Während sich der Brasilianer und der Luzerner bedeckt hielten und nichts von der Lieferung gewusst haben wollen, legte der Chauffeur ein Geständnis ab. Gestern folgte die mündliche Eröffnung des Urteils. «Chemiker» muss ins Gefängnis Die Staatsanwaltschaft hatte zwischen zwei und viereinhalb Jahren Gefängnis gefordert. Das Gericht befand alle drei für schuldig. Der Brasilianer erhielt mit vier Jahren Gefängnis die höchste Strafe. Beim Versand der Koks-Pakete hat er laut Gericht eine wesentliche Rolle gespielt. Zudem sei er es gewesen, der die Körbe in der Schweiz wieder zu Kokain und somit «markttauglich» gemacht habe. Das Gericht ist überzeugt, dass er der Chemiker war, der das Kokain aus den Körben extrahieren sollte. Der Privatchauffeur aus dem Bezirk Meilen erhielt eine bedingte Gefängnisstrafe von 24 Monaten. Sein Geständnis habe sich strafmildernd ausgewirkt, sagte der Richter. Dennoch sei trotz der umfangreichen Untersuchung offengeblieben, welche Rolle er in der Geschichte gespielte habe. Klar sei aber, dass er nicht nur ein Gehilfe gewesen sei. Ebenfalls eine bedingte Freiheitsstrafe – jedoch von lediglich 20 Monaten – erhielt der Luzerner. Die beiden nicht vorbestraften Schmuggler werden somit knapp dem Gefängnis entgehen. Sicher ist dies jedoch noch nicht – das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch