Zum Hauptinhalt springen

Viel Applaus für die neue Autobahn

Mit der neuen A 4 ist der Verkehr aus den Säuliämtler Dörfern verschwunden. Der Lärm sei erträglich und die Luft sauberer, so die Bilanz des Kantons. Doch nicht alle sehen es so rosig.

Von Daniel Schneebeli Zürich/Affoltern – Heute vor einem Jahr hat Bundesrat Moritz Leuenberger (SP) die A 4 im Säuliamt dem Verkehr übergeben. Es sei die «nachhaltigste Autobahn aller Zeiten», lobte der Verkehrsminister. Exakt ein Jahr später zieht der Kanton Zürich eine «äusserst positive Bilanz des Jahrhundertbauwerks». Die Superlative stützen Volkswirtschafts- und Baudirektion durch Verkehrs-, Lärm- und Luftmessungen. Auf den Durchgangsstrassen im Knonauer Amt hat der Kanton an 33 Messstellen Autos gezählt und festgestellt, dass sich der Verkehr stärker als erwartet auf die Autobahn verlagert hat. Am besten spürbar ist dies auf der Zürcherstrasse zwischen Hedingen und Wettswil, wo die Abnahme 65 Prozent beträgt. Aber auch auf den anderen Kantonsstrassen gibt es heute mindestens 30 Prozent weniger Verkehr. Um etwa 30 Prozent entlastet wurde auch das Sihltal zwischen Langnau und Zürich. Hinter Langnau liegt der Rückgang bei 70 Prozent. Auch der Lärmschutz habe sich bewährt, teilt der Kanton mit. Insgesamt sind bei der Baudirektion 60 Beanstandungen eingegangen, hauptsächlich aus Affoltern, aus Mettmenstetten und Knonau. Bei 50?000 Anwohnern sei das wenig, sagt Thomas Maag vom Tiefbauamt. Als Problemabschnitt hat er einen Autobahnabschnitt südlich des Islisbergtunnels identifiziert. Dort wird der Lärm vom angrenzenden Wald an die andere Talseite nach Affoltern geworfen. Dies könne kaum verhindert werden, sagt Maag: «Wir müssten den Wald roden.» Derzeit gibt es bei allen Problemstellen Lärmmessungen. In Affoltern liegt die Belastung weit unter den Grenzwerten. Die Luft ist heute in den Ortszentren von Hedingen, Affoltern und Mettmenstetten markant besser. Fast unverändert ist die Luftbelastung im Gebiet Filderen, wo heute das Autobahndreieck ist. Angestiegen ist sie hingegen an den Zubringerstrassen zur A 4, insbesondere an der Muristrasse in Obfelden. In den Säuliämtler Gemeinden ist man grundsätzlich zufrieden. Kurt Weber (FDP), Präsident der Planungsgruppe Knonauer Amt: «Wir haben weniger Durchgangsverkehr, das sieht man schon den vielen ZH-Autonummern an.» Auch in Ottenbach, wo Weber Gemeindepräsident ist, sei der Zubringerverkehr nicht so stark wie befürchtet, vor allem die Lastwagen seien ausgeblieben. In den letzten Monaten habe der Verkehr aber klar zugenommen, sagt er. Nun hofft Weber auf den Kantonsrat, der bald über rund 60 Millionen Franken entscheidet, welche für die Umfahrung Ottenbach/Obfelden nötig sind. Der Bund hat dem Kanton einen Betrag von 25 Millionen bereits zugesichert. Sorgen im Umweltforum Weniger euphorisch als die kantonalen Behörden ist Verena Berger vom Umweltforum Wettswil. Sie schätzt zwar die transparente Information des Kantons. Das Umweltforum habe Zugang zu allen Messdaten bekommen. Dennoch ist sie besorgt über die Luftqualität in der Filderen. Diese sei in den letzten Jahren kontinuierlich schlechter geworden. Im Winter seien die Stickstoffdioxidwerte, im Sommer die Ozonwerte sehr hoch gewesen. Und auch die Lärmsituation schätzt Berger nicht so rosig ein: «Wir haben sehr viele Meldungen wegen Lärmbelästigungen bekommen.» Südlich des Islisbergtunnels ist es lärmiger geworden.Foto: Reto Oeschger

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch