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Vereinter Kampf für ein klares Ja

Linke, Grüne, Bürgerliche, Gewerkschaften und Arbeitgeber engagieren sich für die Harmonisierung der Volksschule (HarmoS). Nur SVP und EDU

«Ich vertrete die Harmlos-Vorlage aus der Sicht der Wirtschaft», begann Adrian Haas, FDP-Grossrat und Direktor der Handels- und Industrievereins (HIV) des Kantons Bern, die gestrige Medienkonferenz des überparteilichen Komitees «Ja zu HarmoS im Kanton Bern» mit einem Freud’schen Versprecher. Denn für die bernische Volksschule fällt die Umsetzung der Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS) harmlos aus. Einzig das zweijährige Kindergartenobligatorium ist neu und umstritten – allerdings nur bei der SVP und der EDU. Die übrigen Ziele von HarmoS hat der Kanton Bern beschlossen oder umgesetzt: Tagesschulen, Blockzeiten, Bildungsstandards sowie Französischunterricht ab der 3. und Englisch ab der 5.Klasse. Alle gegen SVP und EDUSelbst wenn sich also für die bernische Volksschule kaum etwas ändern würde, sollte das Bernervolk am 27.September zu HarmoS Nein sagen, legt sich jetzt ein überparteiliches Komitee für die Harmonisierung der Volksschule in der Schweiz ins Zeug. Für einmal kämpft HIV-Direktor Adrian Haas zusammen mit Martin Gatti, dem Präsidenten des bernischen Lehrerverbandes. Aber auch BDP-Präsidentin und -Grossrätin Beatrice Simon, Gewerkschaftsbundsekretärin und Grüne- Grossrätin Corinne Schärer, Roland Näf, Vizepräsident der SP Kanton Bern und Grossrat, sowie Marianne Streiff, Präsidentin Angestellte Bern und EVP-Grossrätin, machen als Co-Präsidentinnen und -Präsidenten im Ja-Komitee mit. Die Berner KMU und die Gewerkschaften ziehen für einmal am gleichen Strick. Warum? «Weil HarmoS verschiedene Kernanliegen verfolgt, an welchen die Wirtschaft beziehungsweise die hier ansässigen Unternehmen ein grosses Interesse haben», erklärt Adrian Haas und ergänzt: «Die Mitglieder unserer Verbände möchten, dass das obligatorische Schulsystem gut ausgebildete, fähige und sozial kompetente Leute hervorbringt, die man in den verschiedensten Funktionen einsetzen kann.» HarmoS verbessere die Qualität der Volksschule, schaffe Bildungsstandards und harmonisiere die Lehrpläne. «Damit wird ein langjähriges Anliegen der Wirtschaft erfüllt», unterstreicht Haas. Konkret: Mittels nationaler Standards werden schulische Leistungen vergleichbar. «Die Kinder freuen sich»«Die allermeisten Kinder freuen sich, wenn sie endlich in den Kindergarten und dann in die Schule gehen dürfen», weiss Lehrerpräsident Martin Gatti aus der Praxis. Während der ersten vier Lebensjahre zu Hause hätten die Kinder viel gelernt. Doch dann würden «die Kleinkinder zu Kindern, die ihren Horizont erweitern und Erfahrungen sammeln wollen». Falsch sei also die Behauptung der HarmoS-Gegner, die von einem Schulzwang für 4-Jährige sprechen würden, betont Gatti. Denn: «Es gibt für den zweijährigen Kindergarten keinen Zwang, sondern man betrachtet zwei Jahre Kindergarten als Standard, der übrigens heute schon in 86 Prozent aller Fälle im Kanton Bern gilt.» Zudem sei ein Aufschub des Kindergartenbesuchs auf unbürokratische Weise möglich. Dass der zweijährige Kindergarten nicht gratis zu haben ist, verschweigt Adrian Haas nicht. Ab 2014 sei mit jährlichen Mehrkosten von 36 Millionen Franken zu rechnen. «Ja, es wird Mehrkosten geben», sagte auch Beatrice Simon, «aber der Ertrag wird grösser sein.» Übrigens: Das HarmoS-Konkordat ist am 1.August bereits in zehn Kantonen in Kraft getreten. In Uri, Zug und Bern entscheidet am 27.September das Volk über den Beitritt. Urs Egli>

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