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Uster Technologies: Industrieperle will ihre Haut teuer verkaufenToyota bietet für Uster Technologies noch zu wenig

Toyota ist der Ustermer Messgeräte-Spezialistin als Käuferin willkommen – wenn die Japaner ihr Angebot deutlich verbessern.

Von Andreas Flütsch Die Lage ist verzwickt. Der Verwaltungsrat von Uster Technologies tut sich derzeit schwer mit seinen Grossaktionären. Den einen, die Beteiligungsgesellschaft Alpha, möchte er möglichst rasch loswerden. Der andere, Toyota, ist ihm punkto Unternehmensphilosophie zwar willkommen – aber nur, wenn er die Minderheitsaktionäre mit einem deutlich höheren Preis abfindet. Zwar hat Alpha im November ihre Uster-Beteiligung von knapp 22 Prozent an Toyota verkauft. Aber Chinas Wettbewerbsbehörde hat immer noch nicht grünes Licht gegeben, weshalb der Deal in der Schwebe ist. Gestern verschob Toyota das Angebot an die Minderheitsaktionäre erneut, auf Ende Februar. Uster Technologies entstand 2003, als dessen Management – gemeinsam mit den Beteiligungsfirmen Capvis und Quadriga – das Textilqualitätssicherungsgeschäft von Zellweger Luwa übernahm. Die Beteiligungsfirmen verkauften 2006 an Alpha, 2007 kam Uster Technologies an die Börse. Im Juni 2011 wurde bekannt, dass Usters Erzrivale, die keine zehn Kilometer entfernt in Wetzikon residierende Gebrüder Loepfe AG, von Alpha aufgekauft worden war.Von Beteiligungsfirmen haben die Ustermer deshalb genug. Toyota sei als neuer Ankeraktionär willkommen, ist aus dem Verwaltungsrat zu hören. «Wir sind besser bedient mit einem industriellen Partner», sagt ein Verwaltungsrat: «Toyota bietet uns mehr Sicherheit, dass wir unsere Unabhängigkeit wahren und die Technologiebasis von Uster gemeinsam weiterentwickeln können.» Toyota baue länger Textilmaschinen als Autos, das Geschäft sei dem Konzern wichtig. Uster will 50 Franken pro Aktie Zuvor waren die Schulden trotz Börsengangs drückend. Uster Technologies holte Toyota als strategischen Investor, der seit Sommer 28,5 Prozent hält. Zusammen mit den Alpha-Anteilen kommt Toyota, sobald China dem Deal zustimmt, auf 50,3 Prozent. Uster und Toyota entwickeln in einem ersten Projekt gemeinsam Mess-Sensoren für Toyota-Webstühle. Toyota will den Bereich Qualitätskontrolle für die Textilbranche stärken. Das kommt Uster gelegen, die im Weltmarkt eine starke Stellung hat bei Geräten und Systemen, mit denen die Qualität von Garnen und Stoffen, speziell auch Baumwolle, kontrolliert werden kann – bis hin zu statistischen Auswertungen. Die Japaner können Uster Technologies unterstützen, ihren Kundenkreis, der bisher vorab aus Textilmaschinenfirmen wie Rieter und Oerlikon sowie Garnherstellern bestand, auf Webereien, Stickereien, Färbereien und Textilhändler auszudehnen. Doch der Preis stimmt für die Ustermer noch nicht. 38 Franken bot Toyota im November pro Aktie. Der Verwaltungsrat wies das Angebot umgehend zurück, weil es die exzellenten Aussichten für profitables Wachstum «signifikant unterbewertet». Uster hat 2010 mit 445 Mitarbeitenden 133 Millionen Franken Umsatz erzielt und war mit 26 Prozent Betriebsgewinnmarge hoch profitabel. «Wir verkaufen nicht unter Wert», sagt ein Verwaltungsrat: «Industrieanalysten von Banken sehen den fairen Wert unserer Aktie bei 50 Franken.» So viel müsse Toyota zahlen.

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