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Unterwegs von der Bassersdorfer Schmitte zur Crossair-Absturzstelle

Sechs beschilderte Wanderrouten führen zu geschichtsträchtigen Orten.

Von Andreas Mäder Bassersdorf – Die Glattal-Gemeinde Bassersdorf war bisher nicht als Wanderparadies bekannt. Mancher Bassersdorfer hat sich deshalb wohl die Augen gerieben, als letzte Woche die Bassersdorfer «Freizeit- und Wanderkarte» im Briefkasten lag. Mit roten Socken und Tourismusförderung hat der neue Ortsplan mit markierten Routen allerdings wenig am Hut. «Wir möchten Bassersdorf als attraktive Gemeinde zeigen, die auch viele Grünflächen bietet», erklärte Gemeinderat und Ressortvorsteher Christian Pfaller am Samstag anlässlich der Eröffnung der Spazier- und Wanderwege. Vom Ausgangspunkt bei der Schmitte im Zentrum aus stehen vier von total sechs möglichen Routen zur Wahl. Alle sind markiert und auf der Karte eingezeichnet. Halbmarathon und Bergsicht Für einen gemütlichen Spaziergang gibt es den kleinen Dorfrundgang, der auch mit dem Rollstuhl bequem erfahrbar ist. Sportliche kommen beim Halbmarathon entlang der Gemeindegrenze auf ihre Kosten. Pfaller hat die Route mit dem Velo getestet. Er schwärmte vom Naherholungsgebiet. Mario Kaderli von der Gemeindeverwaltung, der das Wegnetz geplant und umgesetzt hatte, nannte als Höhepunkt die Aussichtspunkte, von denen aus man bis in die Berge sehe. Bassersdorf als Wandermekka schien fast greifbar – bis ein Jet der Swiss über den Köpfen hinweg vorbei donnerte und an das urbane Umfeld erinnerte. Wie sich Bassersdorf im Spannungsfeld von Natur und Urbanität entwickelt hat, weiss Markus Lienhart. Der Präsident des Vereins Kultur-Netz Bassersdorf engagiert sich für Ortsgeschichte. Im Rahmen des Wegnetz-Projektes entwickelte sein Verein zusammen mit der Gemeinde zwei Geschichtspfade durch Bassersdorf und Baltenswil. Der Geschichtspfad in Bassersdorf führt von der Schmitte zum alten Primarschulhaus. 1904 erbaut, diente dieses bald als Unterrichtsgebäude. Während der beiden Weltkriege zog das Militär ein. Nicht nur zur Freude der Schulbehörden, wie Lienhart erklärte. Direkt an der viel befahrenen Baltenswilerstrasse liegt der Sodbrunnen. Aus zwölf Metern Tiefe wurde früher das Wasser für die Einwohner gefördert. Leitungswasser gab es damals noch keines. Lienhart freut sich über den Geschichtspfad. Dieses Projekt hatten und und der Verein Kultur-Netz während einer langen Zeit verfolgt. Sie hatten dabei nicht immer die Unterstützung der Politik: «Vor acht Jahren wurde meine Idee noch belächelt», so Lienhart. Historisch Interessierte können den Wegweisern folgen und geschichtliche Gebäude sowie Ereignisse der neueren Zeit entdecken. So ist die Absturzstelle des Crossair-Flugzeugs von 2001 ebenfalls Teil des Pfades. Das Hintergrundwissen muss der Besucher im Moment noch auf der Website des Vereins einholen. Bis in einem Jahr sollen die Bauten aber mit Schildern beschriftet sein. Auf Lienharts engagierter Führung wurde Geschichte lebendig. «Je besser man eine Stadt kennt, desto mehr fühlt man sich zu Hause», ist auch der Basserdorfer Gemeinderat überzeugt. Wenn der Blick auf Route 1, dem grossen Dorfrundgang, vom Bassersdorfer Waldrand dank Föhn bis zum Glärnischmassiv reicht, dann kommt der Wanderer auch im Unterland auf seine Kosten. Fast wähnt er sich dabei in den Alpen. Gemeinderat Christian Pfaller enthüllt die Wegweiser. Foto: Christoph Kaminski

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