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Uneinsichtige Hardliner

Magere Bilanz auch in den zweiten Wahlgängen Die SVP erleidet bei Ständeratswahlen schmerzhafte Niederlagen, TA vom 28. 11. Wählen Schweizer SVP? Nun haben es die Ergebnisse der Wahlen 2011 gezeigt, wie das Schweizer Wahlvolk reagiert, wenn eine Partei sich mit dem anmassenden Schlachtruf «Schweizer wählen SVP» in den Wahlkampf wirft. Das inszenierte Kampfgetöse hat für schweizerische Verhältnisse ein mittleres Erdbeben ausgelöst, mit Schockwellen, die bis nach Herrliberg spürbar sind. Ob jetzt wohl der Chefstratege für sich die richtigen Folgerungen aus dem Wahldebakel zieht? Wohl kaum. Denn er hat ja wieder einen Auftrag erhalten, den er in einem «Vertrag mit dem Volk» niedergeschrieben hat. Doch 73,4 Prozent der Wählenden liess sich den Vertrag nicht aufschwatzen, und die 50,2 Prozent Nichtwählenden liess er schlicht kalt. Und trotzdem bleibt das Sendungsbewusstsein des in die Jahre gekommenen tragikomischen Helden unerschütterlich. Paul Buchegger, Horgen Das Ende einer Ära. Dank an die grossmaulige, grösste Schweizer Partei, dass sie für den Ständerat derart verfehlte Kandidaten aufgestellt hat: Polithetzer, Polterer und Polarisierer. Ihre eigene Pleite haben jetzt diese groben Selbstüberschätzer zur Hauptsache selbst verschuldet. Doch der alte und uneinsichtig gewordene SVP-Chefstratege von der Zürcher Goldküste hat immer noch nicht zu verlieren gelernt und verkündet lauthals seine grotesken Ausreden, sein überflüssiges Siegesgeschwätz wie eh und je. Vielleicht doch allmählich das Ende einer Ära? Seine stellvertretenden Befehlsempfänger argumentieren ebenso: Adrian Amstutz, der «Richard Gere vom Berner Oberland», und Toni Brunner, die Lachnummer aus dem Toggenburg. Keine Einsicht der Hardliner, dass ihr polarisierendes Hetzen und Verleumden die Ursache ihrer Niederlage ist. Laurenz Steinlin, Uster Das Volk will keine Selbstdarsteller. Selbstverständlich kann die Schweizerische Volkspartei (SVP) die Schuld der Wahlniederlage auf die anderen abschieben. Es tönt jetzt so: Die anderen haben sich gegen die SVP verschworen, sie haben Versprechungen gemacht, die sie nicht halten werden, und dergleichen mehr. Wahre Grösse würde die SVP zeigen, wenn sie zu ihrer Niederlage stehen und die Fehler zunächst bei sich suchen würde. Die Frage ist doch: Weshalb haben sich die anderen gegen die SVP verschworen? Weshalb war die SVP in vielen Kantonen isoliert und auf sich selbst gestellt? Die Wähler und Wählerinnen wollen Parlamentarier, die Lösungen für das Land finden – keine Selbstdarsteller, sondern konsensfähige Politiker. Das Wahlvolk hat gezeigt, dass es von der Konkordanz mehr versteht als die SVP – allen medialen und verbalen Kampagnen der SVP zum Trotz. Walter Dobler, Ottenbach

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