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Umschichtung der politischen Mitte

Die Oberländer Delegation im Kantonsrat wurde kräftig durchgeschüttelt.

Von Christian Brändliund Eduard Gautschi Die neu 35-köpfige Kantonsratsdelegation aus dem Oberland hat gleich sieben neue Gesichter. Zu den vielen Wechseln geführt haben: der Einbruch bei FDP, CVP sowie EVP auf der einen Seite und die Zugewinne bei den Grünliberalen und der Starterfolg der erstmals angetretenen BDP auf der anderen. 2007 war es die SP, die Polpartei am linken Rand, die Federn lassen musste. Nun hat das Gerangel in der Mitte Sieger und Verlierer hervorgebracht. Verloren haben etablierte Parteien, gewonnen haben mit GLP und BDP zwei noch junge Gruppierungen. Am rechten Pol ist dagegen fast alles wie bisher. Die Region bleibt weiterhin eine Hochburg der SVP. In allen drei Oberländer Bezirken hat diese Partei einen höheren Stimmenanteil erzielt als im kantonalen Durchschnitt. Nochmals kräftig zugelegt hat sie im Bezirk Hinwil und liegt dort nun gleichauf mit dem Wert im Bezirk Pfäffikon. Mit Fischenthal, Wila und Wildberg gibt es nun drei Gemeinden, in denen gleich über die Hälfte aller Wähler für die SVP gestimmt haben. Eine Marke, die für ein Land mit einem so grossen Parteienpluralismus, wie ihn die Schweiz kennt, bisher kaum für möglich gehalten worden ist. Den SVP-Bezirkspräsidenten Orlando Wyss hat im Bezirk Uster das gute Abschneiden von Anita Borer und Jacqueline Hofer gefreut. «Sie waren im Wahlkampf beide sehr aktiv, das hat sich nun ausbezahlt.» Zwei zusätzliche Frauen würden der SVP-Fraktion sicher guttun.Bös erwischt hat es im Oberland die FDP. Sie ist zur 10-Prozent-Partei zusammengestutzt worden, noch 3 Prozent weniger als im Kantonsdurchschnitt. Selbst in den einstigen Hochburgen Maur und Greifensee ist die Partei nochmals zurückgebunden worden. In Uster selbst erreicht die einst stolze FDP noch einen Wähleranteil von 8,9 Prozent, in den vier Oberländer Gemeinden Fischenthal, Wildberg, Wila und Sternenberg bleibt sie gar unter der 5-Prozent-Marke. Viele der einstigen Freisinn-Wähler dürften zur GLP gewechselt haben. Steigerung nur schwer möglich Die Grünliberalen liegen in ihrem Ursprungsbezirk Uster mit gut 13 Prozent Wähleranteil noch über dem Kantonsschnitt. Doch mussten sie hier mit einem Zuwachs von nur noch einem Prozent auch merken, dass es Grenzen auf dem Weg nach oben gibt. «Im Bezirk Uster hatten wir bereits einen hohen Stimmenanteil. Ihn zu steigern, war nur schwer möglich», sagt der wiedergewählte Ustermer Gemeinderat Benno Scherrer Moser. Dass die BDP gerade im Oberland – und hier vor allem im Bezirk Uster – so erfolgreich gewesen ist, kommt nicht von ungefähr. Mit dem geschlossenen Umschwenken der ehemaligen DP Dübendorf – die Dübendorfer Demokraten hatten vor 40 Jahren den Übertritt in die FDP nicht mitgemacht – zur BDP verfügte diese Jungpartei mindestens in einer Gemeinde über eine starke Ortssektion. Und mit dem Dübendorfer Stadtpräsidenten und einem Mönchaltorfer Gemeinderat hatten sie gleich zwei Zugpferde zuvorderst auf ihrer Liste. Zu den Verlierern gehören die CVP und die EVP. Bisher konnten sie sich immer auf einen sehr konstanten Wähleranteil verlassen. Diesmal diffundierten die Prozente. Ob sie zur BDP gingen, lässt sich allerdings kaum feststellen. Die Bezirke Hinwil und Pfäffikon bilden für die EVP weiterhin zwei wichtige Bastionen. Doch gerade im Bezirk Pfäffikon lag die Verlustrate mit 2,9 Prozent doppelt so hoch wie im Kanton.

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