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Trotz Strapazen: «Es isch genial gsy»

«Zfride wiene More!», beschreibt der Därliger Samuel Hürzeler seine Gefühle oben auf dem Schilthorngipfel. Eben war er als Fünftschnellster durchs Ziel gelaufen. Glücklich und zufrieden sind eine ganze Schar Oberländerinnen und Oberländer, denn sie haben am 12. Inferno-Triathlon den Favoriten tüchtig eingeheizt. «So starke Oberländer sind für den Anlass super», freut sich auch OK-Präsident Heinz Zurbrügg. Doch zurück zum Start. «Auf dem Schilthorn scheint die Sonne», verkündet der Speaker, als die ersten Schwimmerinnen und Schwimmer in Oberhofen aus der 21 Grad warmen Badewanne Thunersee steigen. Obwohl: Die Wolken hängen tief. Es sieht so aus, als ob Nebel und Nieselregen die Athletinnen und Athleten auf dem ganzen 155,1 km langen Weg – garniert mit 5500 Höhenmetern – begleiten würden. Und so war es denn auch. Aber auf solches muss sich einstellen können, wer am infernalischen Rennen an den Start geht. «Du kennst den Pschebizin, suche keinen andern!», könnte man – leicht abgeändert – mit Tell antworten, wenn nach dem Favoriten für den Inferno-Tri Ausgabe 2009 gefragt wird. Aber ganz so klar ist es dann doch nicht. «Der Andreas hat an der Grossen Scheidegg ganz schön Druck gemacht», windet Sieger Marc Pschebizin seinem Landsmann Andreas Wolpert ein Kränzchen. «Wir haben uns nichts geschenkt», versichert dieser, «aber auf dem Mountainbike ist der Marc einfach weggefahren. Er ist technisch halt besser.» Der Entscheid über den Tagessieg fiel definitiv erst auf der Berglaufstrecke. 4 Minuten und 51 Sekunden trennten die beiden Deutschen am Ziel, das der Sieger nach 9 Stunden und 3 Minuten erreichte. Der 36-jährige Marc Pschebizin steht bei seiner zehnten Teilnahme zum zehnten Mal auf dem Podest. Zum achten Mal zuoberst. Infernalisch! Auch im Frauenrennen gibt es eine klare Favoritin: Nina Brenn, 30-jährig, aus Zürich. Die Forstingenieurin, die zu 50 Prozent in einem Umweltbüro arbeitet, hat den Inferno-Tri schon zweimal gewonnen. Und sie schwimmt, bikt und läuft auch diesmal ungefährdet ihrem dritten Erfolg entgegen. Die letzten Meter auf der Plattform des Piz Gloria wird sie von ihrem Sohn Flurin (3) begleitet. «Wenn mich Flurin am Ziel erwartet, ist das eine Riesenfreude», strahlt das Mami. Auch Andrea Huser aus Aeschlen ob Gunten strahlt am Ziel, das sie nach 2006 und 2008 zum dritten Mal als Zweite erreicht. Im letzten Jahr hatte die 36-Jährige auf die Siegerin Nina Brenn noch 47 Minuten verloren, diesmal sind es nicht ganz 17 Minuten, von denen sie 12 im Thunersee versenkt hat. Auf dem Renn- und Bergvelo hat Andrea Huser mit der Tagessiegerin gut mitgehalten, auf der Berglaufstrecke Bestzeit aufgestellt. «Es war ein geniales Rennen», freut sich Andrea Huser. Lange Zeit liegt die Thunerin Barbara Bracher hinter Nina Brenn an zweiter Stelle. Sie ist zwölf Minuten schneller geschwommen als Andrea Huser. Auf der Kleinen Scheidegg oben aber hat Huser die Nase vorn. Die schnellste Schwimmerin im Frauenfeld ist jedoch Ariane Lüthi, auch sie eine Thunerin. Sie erreicht den Schilhorngipfel hinter Bracher als Vierte. Zum starken Ergebnis der Oberländer Frauen trägt sodann Alexandra Gammeter (Hilterfingen) als Sechste bei. Mike Schifferle aus Ballwil wird als Vierter bester Schweizer. «Ab Mürre han i müesse bysse», gibt er am Ziel zu, «äs isch truurig hert gsy.» «Bysse» musste der 36-jährige Luzerner vor allem auch, weil ihm der Steffisburger Roman Krebs im Nacken sass. Dieser wird als Vierter bester Oberländer. Im allerletzten stotzigen Teilstück umarmt ihn Tatjana und feuert ihn an: «Chumm, mier wei ga Sushi ässe!» Von Sushi erzählt Roman Krebs am Ziel nichts. Aber davon, «das i bi froh gsy, z Oberhofe us em Wasser z cho». Auf dem Velo sei dann alles perfekt gelaufen. Im Aufstieg zum Schilthorn habe er dann «e chly Chrämpf ka». Aber er strahlt: «Es isch genial gsy!» Auch Samuel Hürzeler ist natürlich zufrieden. Der Berglauf gehört zu seinen Stärken. «Vor und nach Mürren hatte ich eine kleine Krise», schildert er. Aber es zeigte sich, dass er von Vater Thomas gute Berglaufgene geerbt hat. Trotz Mini-Krise macht er noch einen Platz gut und wird Fünfter. Zur hervorragenden Oberländer Bilanz tragen Matthias Gerber (Thun) als Siebter und Kaspar Grünig (Unterlangenegg) als Neunter bei. Gäbe es einen Pechvogelpreis, der Goldswiler Roland Scheurer wäre sein Gewinner: Auf der Grossen Scheidegg ist er noch Sechster, in der Abfahrt hat er dreimal Defekt. Viel Pech auf einmal! «E s wird knapp», gibt sich Jogi Brunner, der Iseltwalder, der in jetzt in Goldiwil daheim ist, in Mürren eher skeptisch. Vier Mal hat er bis jetzt mit seinem Team «bike-holiday.net» die Inferno-Team-Trophy gewonnen. Nun ist der Leissiger Bergläufer Roland Ringgenberg unterwegs. Und er kommt als Erster ins Ziel. Er hat vollendet, was die Schwimmerin Natalie Schneider, der Rennvelofahrer Manuel Scheidegger und der Biker Jogi Brunner vorgelegt haben. Der fünfte Sieg ist perfekt! Die erstmals ausgetragene Trophy für reine Frauenteams gewinnt «Imboden Bike». Ueli Flück >

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