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Trotz Hilferufen - Einnahmen in Dorfläden stagnieren

Hüntwangen und Wasterkingen haben dazu aufgerufen, ihre Volgläden vor dem Aus zu retten. Bisher ohne Erfolg. Dennoch bleibt die Landi optimistisch.

Hüntwangen/Wasterkingen. - Die Aufrufe in den Mitteilungsblättern und der Infoabend von Mitte Mai haben noch keine Wirkung gezeitigt. In Hüntwangen und Wasterkingen wird zwar über die drohende Schliessung der jeweiligen Dorfläden diskutiert. Die Zahl der Kunden sei aber seither nicht merklich gestiegen, sagt Thomas Peter, Geschäftsführer der Landi Rafzerfeld. Immerhin verzeichneten die Läden gegenüber den Werten im Vorjahr ein leichtes Plus, «doch muss dies nicht unbedingt an den Aufrufen liegen». Vielmehr lasse sich die Zunahme auf die Konstellation der Feiertage und Samstage zurückführen. Mit Blick auf die anstehenden Renovationen der Kühlanlagen in Hüntwangen und Wasterkingen hatte die Landi Anfang Jahr laut darüber nachgedacht, die jeweiligen Läden zu schliessen, sollten die Umsätze in den nächsten Monaten nicht steigen. An einer Informationsveranstaltung Mitte Mai zeigte Landi-Geschäftsführer Thomas Peter auf, dass der Laden in Hüntwangen 650 000 Franken umsetzt. Um eine rote Null zu schreiben, wären 800 000 Franken nötig. Dieses Resultat sei zu erreichen, wenn jede Familie pro Woche für 50 Franken im Volg einkaufen würde, rechnete Peter damals vor. «Schliessung undenkbar» «50 Franken, das sollte ja möglich sein», sagt eine Hüntwangerin vor dem Volg. Sie hat im Laden rund 60 Franken ausgegeben. «Nur für das Nötigste», sagt sie. Den Grosseinkauf erledige sie in der Migros auf dem Nachhauseweg von der Arbeit. Aber wenn sie kurzfristig etwas brauche, berücksichtige sie den Volg. Auch die Kundin im Volg Wasterkingen kauft hauptsächlich in der Migros ein. Gelegentlich, wenn sie schnell etwas brauche, gehe sie aber zum lokalen Anbieter. Auch weil ihr etwas daran liege, dass ältere Menschen den einzigen Laden im Dorf nicht verlieren. Ein Dorf ohne Laden: Dieses Szenario wäre für Wasterkingens Gemeindepräsident Hans Frei undenkbar. «Das muss mit allen Mitteln verhindert werden», sagt er. Allerdings nicht mit Mitteln der Gemeinde, so viel sei klar. Denn dadurch würde man einen Präzedenzfall schaffen und müsste konsequenterweise auch andere defizitäre Betriebe im Dorf unterstützen. Dafür hat der Gemeindepräsident den Organisatoren des vom 4. bis 6. September geplanten Dorffestes nahegelegt, bei ihren Bestellungen den Volg miteinzubeziehen. «Aber natürlich können wir niemanden dazu verpflichten.» Der Gemeinderat habe sich noch keine Gedanken gemacht, was zu tun wäre, würde sich die Landi definitiv zurückziehen, sagt Frei. Dazu sei es noch zu früh. Das denkt auch Landi-Geschäftsführer Thomas Peter. Obschon die Zahlen derzeit nicht stimmen und die Post möglichst bald wissen will, ob sie ihre Filiale in Hüntwangen durch eine im Volg integrierte Agentur ersetzen kann, bleibt er doch optimistisch. «Wir hoffen und glauben noch immer, in den beiden Dörfern rentable Läden betreiben zu können.» Momentan prüfe die Landi, ob sie allenfalls «im rückwärtigen Bereich», also in der Organisation, im Bereich des Sortiments oder in der Logistik einsparen könne. Einen Entscheid über die Zukunft der Standorte in Hüntwangen und Wasterkingen wolle die Genossenschaft Anfang Herbst fällen.

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