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Tiefere Steuern für Kilchberger

Als erste Gemeinde im Bezirk Horgen hat Kilchberg beschlossen, die Steuern zu senken.

Von Sibylle Saxer Kilchberg – Das Resultat war schliesslich klar: Mit 105:18 Stimmen beschlossen die Kilchberger am Dienstagabend, den Steuerfuss von 80 auf 76 Prozent zu senken. So diskussionslos, wie das Resultat vermuten lässt, verlief die gestrige Gemeindeversammlung allerdings nicht. Finanzvorstand Dieter Lehner (FDP) erläuterte einleitend den Voranschlag 2012. Dieser basiert auf einem 4 Prozentpunkte tieferen Steuerfuss. Das Legislaturziel, die anstehenden Investitionen aus eigenen Mitteln zu tätigen, sei auch mit einem tieferen Steuerfuss vollständig eingehalten. Der Voranschlag sieht bei einem Gesamtaufwand von rund 101 Millionen Franken ein Defizit von 9,6 Millionen vor. «Das budgetierte Resultat wäre praktisch ausgeglichen, wenn wir nicht zur Entlastung künftiger Jahre 10 Millionen ausserordentlich abschreiben würden», sagte Lehner. Walter Siegenthaler, Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), hielt fest, dass die Abschreibungen hoch erscheinen. Sie seien aber zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll, insbesondere im Hinblick auf ein neues Bundesgesetz, das es praktisch verunmöglichen werde, solche zu tätigen. Die Steuerfusssenkung bezeichnete Siegenthaler auf längere Sicht als «angebracht». Soziale Verantwortung Zwei Exponenten der Grünen Partei ergriffen gegen diese Einschätzung das Wort. Kantonsrätin Edith Häusler meinte provokativ, es wäre ein asozialer Akt, den Steuerfuss zu senken. «Irgendwann werden wir nur noch teure Wohnungen und reiche Zuzüger haben und zu einem Wollerau oder Zug werden», sagte sie. Kilchberg sollte es sich leisten, den Steuerfuss bei 80 Prozent zu belassen und dafür etwa in Alterswohnungen oder Energie aus erneuerbaren Quellen investieren. Reto Planta, Präsident der Grünen Kilchberg, plädierte dafür, den Steuerfuss wenigstens für ein Jahr zu belassen. «Die Stiftung Alterszentrum Hochweid wäre froh um ein zinsloses Darlehen, damit sie schnell günstige Alterswohnungen bauen kann.» Diesem Antrag hielt Finanzvorstand Lehner entgegen, es sei nicht Aufgabe einer Gemeinde, mehr Einkommen zu generieren als nötig. Angesichts dessen, dass der Kanton eine Erhöhung des Steuerfusses um 7 Prozentpunkte plane, steige die Steuerbelastung für die Kilchberger ohnehin.

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