Zum Hauptinhalt springen

Swiss Re hat die beste Schweizer Pensionskasse

Im 6. Pensionskassen-Rating hat sich eine Spitzenliga etabliert. Auch kleine Kassen beweisen, dass sie etwas zu bieten haben.

Von Erich Solenthaler Im Pensionskassen-Rating des «Tages-Anzeigers» schwingt dieses Jahr die Pensionskasse der Swiss Re obenauf. Seit sie mitmacht, befindet sie sich unter den besten Vorsorgeeinrichtungen. «Die Mitarbeiter freuen sich jeweils, wenn sie sehen, dass sie sich in einer guten Kasse befinden. Das erleichtert auch die Personalrekrutierung für den Konzern», begründet Brigitte Schmid, Geschäftsführerin der PK Swiss Re, warum sie sich dem einzigen, fachlich vom Beratungsunternehmen Mercer begleiteten Vergleich stellt. Der Versicherungskonzern lässt sich sein personalpolitisches Aushängeschild etwas kosten: Er übernimmt drei Viertel aller Beiträge, die Risikoversicherung sogar ganz. Zusätzlich sponsert er einen Kapitalbildungsplan, der nicht für die Altersrente bestimmt ist, sondern bei der Pensionierung ausbezahlt wird. Auch haben alle Versicherten Anspruch auf eine vom Arbeitgeber finanzierte Überbrückungsrente – unabhängig davon, wann sie in Pension gehen. Ferner hat sich die Pensionskasse Swiss Re in den reglementarischen Leistungen in 7 von 12 Kriterien die höchste Punktzahl erobert. Offensichtlich schätzen die Mitglieder die Altersleistungen. «Es ist ganz selten», so Schmid, «dass Versicherte bei der Pensionierung die Kapitaloption wählen.» Von den Anlagefehlern, die den Versicherungskonzern 2007 und 2008 aus dem Gleichgewicht warfen, blieb die Vorsorgeeinrichtung verschont. Die Investitionen erfolgen unabhängig vom Konzern. Zurzeit legt sie das Vermögen «im Rahmen der Anlagestrategie taktisch eher vorsichtig an», erklärt Schmid. Sogar gute Kassen kürzen Zu den seit Jahren bewährten Vorsorgeeinrichtungen gehört die MPK, die Vorsorgeeinrichtung der Migros auf Platz 2. Auch sie muss aber ab 2012 die Leistungsziele kürzen, und zwar um etwa 6 Prozent, zudem wird das Rentenalter um 1 Jahr heraufgesetzt. Am Leistungsprimat hält die Kasse aber eisern fest. Besonders an dieser Vorsorgeeinrichtung ist ferner, dass im Stiftungsrat die Arbeitnehmervertreter die absolute Mehrheit stellen. Ferner kennt die von einer basisdemokratischen Tradition geprägte MPK eine Delegiertenversammlung, an der die Rentner 10 Prozent der Stimmen ausüben. Die Grösse ist für Pensionskassen ein Erfolgsfaktor. Aber im PK-Rating bringen es auch mehrere kleinere Stiftungen auf ansprechende Resultate – die Personalfürsorgestiftung der Hügli-Nährmittel beispielsweise, eine der ältesten Berufsvorsorge-Institutionen der Ostschweiz. Zur Tradition passt, dass Hügli in Fragen der Finanzierungsformen an der Spitze steht und einer Swiss Re in nichts nachsteht. Da übernimmt der Patron über 70 Prozent der Beiträge, die Versicherungskosten mitgerechnet. Bis 2005 kannte die Kasse einen Umwandlungssatz von 7,6 Prozent. Er musste zwar auch gekürzt werden, aber die meisten Rentner erhalten noch die alte hohe Rente, dafür müssen sie auf den Teuerungsausgleich verzichten. Ein einfach gestaltetes Reglement, sagt Geschäftsführer Andreas Seibold, gehöre auch zur Kasse: Das halte die Kosten tief. In Thalwil erhalten die pensionierten Beamten den höchsten Teuerungsausgleich aller Teilnehmer. Er wird von der PK überwiesen und zählt im Rating als Rentenbestandteil. Indirekt übernimmt aber die Stadt die Teuerung und lässt sich das 400 000 Franken kosten. Mit einer Bilanzsumme von 97 Millionen Franken hat die Pensionskasse Thalwil eine suboptimale Grösse. Den einzigen Ausweg – den Anschluss an die Beamtenversicherungskasse des Kantons – hat sie schon mehrfach verworfen. Dafür sei die Thalwiler PK mit einem Deckungsgrad von 105 zu gut finanziert, erklärt Geschäftsführer Alain Girod. Sie ist auch in der Lage, das ansprechende Leistungsniveau zu halten. So erleichtert sie gerade jetzt die flexible Pensionierung. Sanierungen auf Staatskosten In einem völligen Umbau befindet sich die am 1. Januar gegründete PKWAL für die Walliser Beamten. Wegen ihrer krassen Unterdeckung hat sie einen langen politischen Prozess um die Sanierung hinter sich: 605 Millionen Franken schoss der Kanton letztes Jahr ein, weitere 300 dieses Jahr. Dennoch ist absehbar, dass eine weitere Subvention nötig wird, wenn der Deckungsgrad bis 2012 auf 80 Prozent steigen soll. Zur Schadensbegrenzung wechselt die Kasse ins Beitragsprimat, wobei das Rentenniveau von 60 Prozent des letzten Lohns beibehalten werden soll. «Mit der jetzigen Struktur würden wir das nicht schaffen», sagt Patrice Vernier. Im diesjährigen PK-Rating sind die reglementarischen Leistungen der PKWAL und die Finanzierung leicht über-, Performance und Verzinsung unterdurchschnittlich. Auch der Pensionskasse SBB soll der Steuerzahler beistehen. Der Bundesrat befürwortet einen Zuschuss von 1,1 Milliarden Franken. Etwa gleich viel tragen das Unternehmen und die Versicherten zur Sanierung bei. Letztere müssen sich nämlich mit der BVG-Minimalverzinsung begnügen, solange sich der Deckungsgrad auf einem unzureichenden Niveau befindet. Dies wird sich im Rating noch lange negativ niederschlagen. Dagegen würde die PK SBB aufgrund der Bundeshilfe schnell um etwa vier Ränge aufsteigen. Zürcher Derby bleibt offen Die Unterschiede zwischen den beiden Vorsorgeeinrichtungen von Stadt und Kanton Zürich haben sich verringert: Nur noch wenige Punkte und Ränge trennen die beiden Kassen. Die Korruptionsvorwürfe schlagen sich im Rating nicht nieder, da es ausschliesslich auf messbaren finanziellen Auswirkungen für die Versicherten beruht. In der Kapitalanlage steht die städtische PK besser da als ihre kantonale Konkurrentin. Die BVK liegt leicht unter dem nationalen Durchschnitt. Beide Resultate befinden sich indes im Rahmen normaler Schwankungen. Foto: Christof Sonderegger, Prisma

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch