Zum Hauptinhalt springen

Sturm wurde zum Lüftchen.

Sturm wurde zum Lüftchen. Die Amtszeiten von nationalen SVP-Politikern werden immer kürzer: Christoph Blocher war vier Jahre Bundesrat, bevor er abgewählt wurden. Das neueste «Opfer» des widerspenstigen Volkes ist Adrian Amstutz: Er wurde als Berner Ständerat bereits nach 8 Monaten nicht mehr bestätigt. Andere «SVP-Grössen» in den Kantonen BL, FR, VD wurden erst gar nicht gewählt. Weitere werden am kommenden Wochenende die muntere Truppe ergänzen und auf der Strecke bleiben, vor allem im Kanton Zürich. Das grosse Halali, begleitet von martialischer Kriegsrhetorik zur Eroberung des Stöcklis, war kaum ein laues Lüftchen – wohl aber wehte ein eisiger Gegenwind aus Richtung Wahlvolk. Ob das Volk endlich aufgewacht ist und genug hat von hohlen Sprüchen und Plakaten? Hat es genug vom notorischen Neinsagen, vom Besserwissertum und von sich häufenden Fehleinschätzungen ihres Chefstrategen? Erfreuliche Tatsache für den politischen Beobachter bleibt: Das Wahlvolk umfährt die SVP-Kandidaten bei vielen Majorzwahlen grossräumig – und das ist gut so. Christian Burri-Fey, Riehen Gesittete Ständeräte bevorzugt. Die Abwahl von Adrian Amstutz im Kanton Bern zeigt uns, dass die Mehrheit der Wähler keine SVP-Ständeräte auf Zürcher Hardlinerkurs will. Die Berner haben nicht goutiert, wie Amstutz in der Sendung «Arena» gegenüber der Berner Bundesrätin Sommaruga jeden Anstand vermissen liess. Die Abwahl von Amstutz ist ein schlechtes Omen für Christoph Blochers zweiten Wahlgang am 27. November. Denn auch im Kanton Zürich will das Wahlvolk mehrheitlich, dass sein Kanton durch gesittete Ständeräte und nicht durch Haudegen im Bundesparlament repräsentiert wird. Paul Buchegger, Horgen Hinweis für die Bundesratswahlen. Die SVP wollte den Ständerat, welchen sie nicht sehr charmant als Dunkelkammer bezeichnet hatte, im Sturm erobern. Dafür hat die grösste Partei ihre bekanntesten Exponenten antreten lassen. Kurz vor Schluss sieht sich die SVP einem akuten Gegenwind ausgesetzt, und es könnte durchaus sein, dass die Partei gar mit weniger Mandaten im Ständerat vertreten sein wird als noch 2007. Was alle anderen Parteien der SVP immer wieder klarzumachen versuchen, hat die Partei in den Ständeratswahlen nun wieder einmal bitter lernen müssen. Die linientreuen SVP-Kandidaten sind bei Personenwahlen meistens nicht mehrheitsfähig und damit auch viele radikale politische Forderungen nicht. Noch müssen sich die grossen Parteien in unserem Land zusammenraufen, um mehrheitsfähig zu sein. Dieser Umstand lässt sich glücklicherweise bis heute nur sehr bedingt mit Geld umstossen. Die SVP wird sich aufgrund ihrer Erfahrungen bei den diesjährigen Ständeratswahlen sehr gut überlegen müssen, welche Bundesratskandidaten sie aufstellt. Pascal Merz, Sursee Adrian Amstutz nach der gescheiterten Wiederwahl als Ständerat. Foto: Reuters

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch