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Sieger mit Selbstzweifeln

Ronnie Schildknecht und Karin Thürig dominierten den Ironman. Doch beide kannten Krisen.

An der Spitze Von Jörg Greb Nach den 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen des Ironman Switzerland gab es klare Verdikte: Ronnie Schildknecht trennten 16:38 Minuten vom zweitplatzierten Swen Sundberg (De), und Karin Thürig wies einen Vorsprung von 23:46 Minuten auf Heleen bij de Vaate (Ho) auf. Von «klaren Sachen» wollte aber weder der 30-jährige Thalwiler noch die 38-jährige Retschwilerin etwas wissen. «Dass war eine sehr harte Prüfung», sagte Schildknecht. «Die Müdigkeit wurde immer grösser, da galt es, enorme Widerstände zu durchbrechen», resümierte Thürig. Beide widerstanden den Strapazen und dem Reiz des Nachlassens eindrücklich. Mit einer «für mich einzigartig guten Schwimmleistung» legte Schildknecht eine hervorragende Basis und demoralisierte den zweimaligen Zweiten Mathias Hecht. Thürig ihrerseits sah sich durch «eine katastrophale Schwimmleistung angespornt»: Über 14 Minuten lag sie nach der Auftaktdisziplin hinter den Besten zurück. Früh übernahm Schildknecht auf dem Velo die Führung. Im Hinterkopf trug er aber die Verunsicherung, die ihn in den Tagen vor dem Rennen beschäftigt und die er so bisher kaum gekannt hatte. Erfahrungen aus den vergangenen Monaten, allen voran der Schlüsselbeinbruch vom letzten Oktober, hemmten ihn. Auf die Laufstrecke wechselte er fast zeitgleich mit dem Romand Mike Aigroz und dem Spanier Mikel Elguezabal. Thürig, die zweifache Olympiamedaillen-Gewinnerin und mehrfache Weltmeisterin im Zeitfahren, befand sich nach den 180 Radkilometern in komfortabler Position. Sie hatte einen Vorsprung von beinahe 13 Minuten auf die als Zweite wechselnde Simone Benz herausgefahren. Und zur Krönung überraschte sie sich mit einer Marathon-Zeit von 3:04:24 Stunden – obschon sie seit vier Jahren nicht mehr über die 42,195 km gelaufen war. Die spezifische Vorbereitung, zu der auch ein Gespräch mit Viktor Röthlin zählte, hatte sich bezahlt gemacht. Verunsicherung und Panik Auch Schildknecht hatte auf dem Schlussabschnitt sein Erfolgserlebnis. «Ich bin der beste Läufer dieses Trios», war er sich sicher und stieg in seine Laufschuhe. Dann liess er Taten folgen: Aigroz lief fast 22 Minuten langsamer als der Zürcher, Elguezabal über 29. Im Ziel brillierten die beiden Sieger weiter: mit Leichtigkeit, Schlagfertigkeit und offener Freude. «Das ist mein schönster Zürich-Sieg», sagte Schildknecht im Hinblick auf seine jüngsten Verletzungen, aber auch auf «eine ungewöhnliche Verunsicherung in den letzten Tagen vor dem Rennen». Thürig sprach vom eigenen Rhythmus, den sie «je länger, je besser» fand. Und ganz zum Schluss erinnerte sie an ihren Tagesauftakt, an die «Panik im Wasser wegen des Gewusels der vielen Füsse und Arme.» Schildknecht gewann den Ironman zum vierten Mal in Folge, für Thürig war es der zweite Triumph nach 2005.

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