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SchuleSVP plant die Entmachtung der Bildungsexperten,TA vom 8. März

SchuleSVP plant die Entmachtung der Bildungsexperten,TA vom 8. März Gegen die Gewaltenteilung. Die SVP will die Entscheidungskompetenzen über die Lehrpläne von den kantonalen Exekutiven und ihren beratenden Fachgremien zu den Parlamenten verlagern. Das ist insofern verständlich, als die SVP zwar in vielen Kantonalparlamenten stark vertreten ist, weit weniger aber in den Regierungen. Der sogenannte «SVP-Lehrplan» hat gezeigt, dass Politiker dazu nicht die nötigen sachlichen Kompetenzen besitzen. Es stellt sich hier aber auch eine grundsätzliche staatspolitische Frage: Lehrpläne sind Ausführungsbestimmungen, meist auf der Stufe von Verordnungen. Es widerspricht dem wichtigen demokratischen Grundsatz der Gewaltenteilung, wenn nun die Legislative klare Aufgaben der Exekutive übernimmt. Es ist zu bedenken, dass unsere kantonalen Exekutiven durch die Volkswahl genau so demokratisch legitimiert sind wie die kantonalen Parlamente. Lehrpläne sind zweifellos wichtige bildungspolitische Instrumente. Ihre Bedeutung für die Gestaltung der Unterrichtsrealität wird aber häufig überschätzt, das zeigen entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen. Wichtigere Steuerungsinstrumente sind hingegen die Grund- und Weiterbildung der Lehrpersonen sowie (in vielen Fächern) die Lehrmittel. Politiker, die über Lehrmittel entscheiden? Hoffen wir, dass dieses Schrecken-szenario nie Wirklichkeit wird. Daniel Moser, Bern Lehrplan nach Stimmungslage. Der Lehrplan darf nicht zum Spielball im Wahlkampf verkommen. Parlamentarische Vorstösse und Entscheide basieren oft auf einer aktuellen Stimmungslage. Ausbaden müssen sie die Gemeindeschulpflegen, die Lehrpersonen, und die Leidtragenden sind dann die Kinder. Dann nämlich, wenn Entscheide gefällt werden, für die es keine oder zu wenig Lehrpersonen gibt. Oder die stundenplantechnisch nicht umgesetzt werden können. Wenn dann nach vier Jahren eine Neuerung mit Ach und Krach eingeführt wird, stehen schon die nächsten Wahlen an. Und je nach Wetterlage werden dann genau gegenteilige Entscheide gefällt. Also: Lasst die Kompetenzen beim Bildungsrat. Werner Bosshard, MeilenAlt-Schulpräsident Erkenntnis wird abgelehnt. Der «demokratisch legitimierte» rechtskonservative Putsch geht weiter: Nun wird die Schule von der SVP in Beschlag genommen. Und alle schauen zu – entweder mit Verblüffung oder mit Freude. Die «Kuschelpädagogik der Elite» soll durch Disziplin und Ordnung ersetzt werden. Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Lernen (und Leistung) durch Neugier und Interesse am besten (und effizientesten) funktioniert, wird ignoriert und als Lüge der «Elite» deklariert. Nur die Bauern und die Millionäre haben in dieser «Demokratie» recht. Offenbar will die SVP nur Menschen, die Befehle ausführen und dem Chef folgen. Das ist die Gesellschaft, welche hier propagiert wird. Lukas Peter, Aathal «Der Lehrplandarf nicht zum Spielball im Wahlkampfverkommen.»

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