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Satelliten weisen den Weg

Als erster Flughafen der Schweiz kann Kloten seit gestern mit GPS-Technologie angeflogen werden. Die Flugwege ändern sich dadurch nicht.

Von Olav Brunner Kloten – Für einmal hatten die Autobauer die Nase vorne. GPS-Navigation gehört im Strassenverkehr bald zur Grundausrüstung. Die moderne Technologie wertet Satellitensignale aus und bringt die Fahrzeuge zum Ziel. Seit gestern kann das GPS (Global Positioning System) nun auch von Flugzeugen für den Landeanflug zur Piste 14 in Kloten verwendet werden. Das bisherige ILS (Instrument Landing System), weltweit seit den Dreissigerjahren im Einsatz, hat aber noch nicht ausgedient. Die von zwei Sendern am Boden ausgestrahlten ILS-Signale, eines für die Anflugrichtung und das zweite für den Gleitweg, erlauben selbst im dichten Nebel sichere Landungen. Mit der neuen GPS-Technologie sind Landungen bei schlechten Sichtverhältnissen noch nicht erlaubt. Zu Beginn erfolgen auf die Piste 14 auf dem Flughafen in Kloten nur rund fünf Prozent aller Anflüge mittels GPS. Für Skyguide, die im Auftrag des Bundes den Flugverkehr in der Schweiz kontrolliert, bringt die GPS-Technologie keine grossen Änderungen. Flugzeuge, die mithilfe von GPS die Piste 14 in Kloten anfliegen, benützen exakt den gleichen Flugweg wie bei ILS-Anflügen. Skyguide wird vorerst Erfahrungen sammeln und sich an die volle Kapazität, die das GPS bietet, herantasten. Bis zur vollständigen Ablösung der bewährten ILS-Systeme, die auf allen grösseren Flughäfen installiert sind, wird es noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Für die Fluggesellschaft Swiss fallen durch die GPS-Anflugverfahren keine zusätzlichen Kosten an. Ihre Flugzeuge sind bereits bei der Lieferung ab Werk mit den nötigen Komponenten ausgerüstet, und die Crews werden bei den Umschulungen mit der neuen Technologie vertraut gemacht. «Gekröpfter» in weiter Ferne Hoffnungen auf eine baldige Einführung des gekröpften Nordanfluges mithilfe des GPS sind noch verfrüht. Obschon die GPS-Technologie grundsätzlich flexible Anflugrouten und auch Kurven zulässt, können solche Verfahren nicht isoliert eingeführt werden. Skyguide hat deshalb vom Flughafen auch noch keinen Auftrag zur Entwicklung eines solchen Verfahrens erhalten. Neue Flugverfahren müssen innerhalb des europäischen Forschungsprojekts Sesar (Single European Sky Air Traffic Management Research) abgesprochen werden.

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