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Russikon soll ein neues Zentrum erhalten - das Volk muss umdenken

Der Dorfkern soll nicht mehr in Grau, sondern in Sandfarbe erstrahlen. Dazu wagt sich Russikon an ein neues Verkehrsregime, in dem Zebrastreifen der Vergangenheit angehören.

Russikon. - In der Russiker Busschleife stauen sich schon heute die drei 15-Meter-Gelenkbusse. Weil nach 2010 vier solche Busse zum Einsatz kommen, muss die Gemeinde die Kreuzung im Zentrum neu gestalten. Sie will dabei das Nützliche mit dem Schönen verbinden. «Der Gemeindeplatz ist eine Einöde», sagte Gemeindepräsident Eugen Wolf an der gestrigen Pressekonferenz. Und das solle sich ändern. Neu könne das Zentrum in sandfarbenen Betonpflastersteinen erstrahlen. Je vier Bäume markieren die «Einfallstore» an der Dorfstrasse, der Madetswilerstrasse und der Kirchgasse. Eine Wasserrinne macht den Gemeindeplatz attraktiver. Die Busse mühen sich nicht mehr mit der Busschlaufe ab, sondern erhalten vier Haltestellen in Richtung Madetswil und Rumlikon. Trotzdem bleibt die Zahl der Parkplätze gleich. An Stelle der heutigen Busschlaufe soll dereinst eine neue Überbauung stehen. So sieht es das Projekt von Fritschi Landschaftsarchitekten in Mönchaltorf vor, das im Wettbewerb gesiegt hat.

Köniz als Vorbild

Russikon orientierte sich bei der Planung an der Idee von «Shared Space». Die Berner Stadt Köniz gelte als erfolgreiche Vorreiterin mit diesem Konzept, bei dem Fussgänger und Autofahrer auf gleicher Augenhöhe verkehrten, sagt Wolf. Der Höhenunterschied zwischen Fussgängerstreifen und Strasse beträgt dabei nur noch drei Zentimeter - ähnlich wie es an der Dorfstrasse in Russikon bereits der Fall ist. Fussgänger dürfen die Strasse überall queren, Autos haben aber nach wie vor Vorrang. Pfosten, die den Fussgängerbereich markieren, helle Lampen und ein leicht erhöhter Mittelstreifen gewähren den Fussgängern Schutz und schaffen ein visuelles Leitsystem. Das bewähre sich besser als die herkömmliche Art der Fussgängerführung mit Fussgänger- und Zebrastreifen, so Wolf.

Das Russiker Projekt ist von der Polizei wie auch von der Beratungsstelle für Unfallverhütung abgesegnet. Auch Wetzikon und Winterthur orientieren sich an «Shared Space». «Es braucht ein Umdenken in der Bevölkerung», sagt Hochbauvorstand Bruno Bopp vorausschauend. Ein Besuch in Köniz habe aber gezeigt, dass es auch für Senioren und Kinder praktikabel sei.

Die Neugestaltung des Russiker Dorfzentrums kostet 3,2 Millionen Franken. Weil der Kanton die Sanierung der Kantonsstrassen übernimmt, bleibt für die Gemeinde noch ein Anteil von 1,9 Millionen. Wenn die Gemeindeversammlung im Dezember 2009 dem Projekt zustimmt, kann Russikon sein Zentrum ein Jahr später einweihen - rechtzeitig auf den Fahrplanwechsel 2010.

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